3-D Bilder



Die kurze Geschichte der 3-D Fotografie und andere Informationen.

Die alten Griechen und Leonardo

Charles Wheatstone und der Kopfschmerzfranzose

Bereits die alten Griechen wußten das, daß räumliches Sehen durch unterschiedliche Bilder der beiden Augen zustande kommt. Diese Erkenntnis setzte jedoch erst Leonardo da Vinci um 1500 um. Er entwickelte selbstverständlich noch keinen Fotopaparat für diese Zwecke sondern behalf sich mit Stereozeichnungen.

Als eigentlicher Entdecker der Stereoskopie - wie die Wissenschaft der Stereofotographie auch genannt wird - gilt der engliche Physiker Charles Wheatstone. Zunächst experimentierte er wie Leonardo da Vinci mit Zeichnungen und legte schon 1833 seine Ergebnisse der wissenschaftlichen Öffentlickeit vor. Bald darauf nutzte der französische Fotograf Daguerre diese Erkenntnisse um seinen Mitmenschen Kopfschmerzen beim betrachten seiner nicht ganz ausgereiften Stereofotografien. Seine Methode setzte sich folglich auch nicht durch.

1849 das Jahr des Brewster !

1918 die Wiedergeburt !

Die erste Umsetzung einer Vollendeten Stereofotografie gelang 1849 wiederum einen Engländer dem Physiker David Brewster. Er baute die erste Stereokamera mit zwei Objektiven.Dies löste einen wahren visuellen Stereoboom aus. Vor allen in den Vereinigten Staaten waren und sind die Stereofotografien sehr beliebt. So finden sich heute historische 3-D Fotografien mit Motiven aus Deutschland zumeist auf dem Amerikanischen Markt, dies erscheint dann als Logisch wenn man bedenkt das Postkarten mit Motiven vom Heimatort zumeist in allen Herren Länder verschickt werden und selten im Heimatsort verbleiben, ähnlich verhält es sich auch mit Stereofotografien die zu dem Zweck dienten die Große weite Welt auf dem Jahrmarkt des Nachbarortes zu zeigen, oder Heimatgefühle von Auswanderer zu wecken.

Diese Welle der Begeisterung für die Stereofotografie ebbte jedoch 50 Jahre später um 1900 wieder ab, wobei die Einführung des Kinos einen erheblichen Anteil am vorläufigen Niedergang der Stereofotografie hatten. Erst zum Ende des ersten Weltkrieges gelang es der Stereofotografie wieder mehr Interesse zu wecken. Da nach und nach Fotokameras für immer mehr Fotobegeisterte vom Preis erschwinglich geworden waren, verbreitete sich auch schnell Apparate für die Stereofotografie wie z.B. von den Firmen Franke & Heidecke (Rolley) und Vogtländer.

Der Dimensionssprung in den 30iger Jahren.

Heutzutage !

Durch die Erfindung des Polarisationsfilters im Jahre 1936, erfolgte ein großer technischer Sprung. Seitdem war es möglich auch farbige Bilder in Stereo zu vermitteln, also auch projizierte Farbdias stereo zu sehen.

Heute sind Kameras für die Stereofotografie wieder eine Mangelware geworden. In Fachgeschäfte muß man nach diesen Suchen und mit sehr viel Glück wird man auch fündig. Es ist uns nicht bekannt das auf Digitalerbasis bereits Serienmodelle existieren. Dies ist Angesichts der Möglichkeiten der Digitalen Fotografie höchst Bedauerlich. Wir wollen mit unserer Bauanleitung versuchen diese Lücke zu schließen und Anregungen für weitere Entwicklungen zu geben. Die Praktische Stereofotographie befaßt sich heute in erster Linie mit Analyse und Vermessungsverfahren in Wissenschaft und Technik. Sie ist ein Hobby geworden für Besitzer historischer Stereokameras und vor allen für Bastler die zwei Kameras zu einer vereinen; unter dieser Gruppe können wir mit unserem Projekt wohl auch geführt werden.


Stereo-Bild, Stereo-Ton, ein Vergleich ?

Das Raumbild und der Raumklang.

Konzentration und Gedächtnisstützen.

Kurz nach der Erfindung der Fotografie entstand wie oben zu lesen war die Stereoskopie, die Stereoskopie ist also viel älter als der Stereoton, der erst nach dem zweiten Weltkrieg als ausgereifte Technik anzutreffen war und sogar erst in den 60iger zu erschwinglichen Preisen in der Unterhaltungselektronik zu finden ist. Wie kommt es also das fast alle Menschen in erster Linie bei dem Wort Stereo an Töne denken nicht an Bilder ? Obwohl die HiFi Wiedergabe von Bildern viel älter ist als die Wiedergabe von Stereo-Tönen ? Man sollte annehmen das Aufgrund dieser um 100 Jahre älteren Geschichte der Stereografie diese auch bekannter sein müßte, jedoch ist dies nicht der Fall und viele Menschen die mit dem Begriff Stereoton etwas anfangen können ahnen noch nicht einmal das Stereobilder überhaupt existieren!

Der Unterschiedliche Grad der Aufmerksamkeit, ebenso wie der unterschiedliche Zwang zur Konzentration, den die Präsentation der Bild,- bzw. Tonkonserve abverlangen und dem unterschiedlichen benötigten technischen Aufwand, liefern hier die Antwort auf die Fragen nach dem Grund der Unterschiedlichen Verbreitung des Wissens über der Existenz dieser Techniken.

Die Konzentration und Aufmerksamkeit:

Musikwiedergabe kann gehört oder überhört werden oder auch als stimulierende Geräuschkulisse im Hintergrund dienen, während man anderen Tätigkeiten nachgeht. Man kann sich aber auch der Musik einfach hingeben. Mithilfe des Lautstärkereglers einer Stereoanlage kann man die naturgetreue Reproduktion eines Konzertes geniesen, oder auf eine neutrale Geräuschkulisse umschalten um andere Dinge zu verrichten. Diese Freiheiten besitzt die Stereofotografie nicht. Für die meisten Menschen sind Fotos Familien,- und Erlebnisdokumentation. Fotos dienen hier zur vereinfachten Kommunikation der Verbal nicht erreicht werden kann, und können nicht nebenbei betrachtet werden. Fotos dienen als Gedächtnisstützen sie verlangen vom Betrachter seine unaufgeteilte Aufmerksamkeit und volle Konzentration, um die gewünschte Wiedergabe der Wirklicjkeit interpretieren zu können! Eine Tatsache die nicht jeder gewillt ist jederzeit zu leisten.

Aufwendiger Aufwand des ernsthaften Amateurs.

Die Stereofotogrphie und die Ökonomie.

Der Technische Aufwand:

Papierbilder sind leicht zu transportieren und jederzeit verfügbar. Von einer naturgetreuen Wiedergabe der Wirklichkeit sind diese Fotos allerdings weit entfernt, anders wie der Stereoton, der wenn von entsprechend Anlagen gespielt nah an ein realistisches Hörvergnügen herankommt und mit Hilfe der vielen Mobilen Techniken ist er mit all seinen Vorzugen ebenfalls jederzeit verfügbar wie die Papierfotos. Beim Fotographieren versucht der "ernsthafte Amateur" ästethische und kreative Momente mit seinen Bildern festzuhalten und das in einer einwandfreien, scharfen Qualität um die Wirklichkeit so genau wie Möglich Wiederzugeben. Hier gleicht der Fotoamateuer dem HiFi-Fan, der sich seinerseits auf Suche nach absoluten Hörgenüssen befindet, dieser ist allerdings leichter für ihn zu erreichen als als das perfekte Foto für den ernsthaften Amateurfotographen. Die besten Wiedergaberesultate erzielt der Fotograf durch Diaprojektore, weil das projekzierte Format das ganze Blickfeld des Betrachters umfaßt. Der Helligkeitsumfang ist bei weiten höher als bei herkömmlichen Papierfotos. Der Technische Aufwand um bestmögliche Resultate zur Wiedergabe von Fotos zuerlangen ist im Vergleich zum Stereohören jedoch um ein vielfaches höher. Auch aus diesem Grunde des technischen Aufwandes ist es nie zu einer großflächigen Verbreitung der Stereofotografie gekommen.

Der Versuch einer breiten Vermarktung der Stereofotgrafie war ein voller Mißerfolg. Im ausgehenden 19. Jahrhundert war eine solche Verbreitung nicht möglich da die Technik der Fotographie im allgemeinen nur Ein bruchteil der Bevölkung der damaligen jungen industriellen Welt leisten konnte. In den 20iger und 30iger Jahren des letzten Jahrhunderts war es schließlich die ungeeigtheit für die Familien-Dokumentation die für die breite Vermarktung der Stereofotographie eine uneinnehmbare Hürde darstellen sollte. Um seine Bilder zu präsentieren wird ein Betrachter benötigt, der dann von einen zum anderen mühsam wandern mußte, dabei liegt der dokumentatorische Wert eines Stereobildes nicht höher als der eines Papierbildes. Auch zeigt sich eine Paraele zum Stereoton - Monotondokument erreicht gegenüber dem Stereoton ähnliche Resultate.