Die leidenschaftliche und sehr kenntnisreiche 40 jährige Sammlertätigkeit von Dr.Klaus Marquardt hat eine der weltweit schönsten Privatsammlungen historischer europäischer Essbestecke aus acht Jahrhunderten hervorgebracht.
Seit dem Jahre 2003 hat sie im Deutschen Klingenmuseum eine neue Heimat gefunden.
Diese Sammlung ergänzt und bereichert die eigenen Bestände historischer Bestecke auf hervorragende Weise und macht das Deutsche Klingenmuseum damit weltweit unschlagbar.
Eine Auswahl der wertvollen Speise- und Serviergeräte ist in einem gesonderten
Raum zu sehen:
Schwerpunkte der Ausstellung sind (höchst seltene)
mittelalterliche Messer, barocke Silberlöffel aus Deutschland, Osteuropa und Skandinavien,
Elfenbeinbestecke und Reiseutensilien zum mobilen Speisen.
Durch die Exponate der Sammlung Marquardt erhält man einen bemerkenswert vollständigen Überblick auf die mitteleuropäische
Besteckentwicklung vom hohen Mittelalter bis in die Zeit des Jugendstils.
Alle Etappen der funktional-formalen wie der stilistischen Entwicklung sind
repräsentiert und machen die Geschichte "unserer" Tafelkultur mit Hilfe der originalen Teile anschaulich und nachvollziehbar.
Die ausgestellten Besteckteile sind aber nicht nur bloße funktionale Gegenstände zur Nahrungsaufnahme -und sie waren es auch nicht während ihrer Entstehungszeit, sondern durch bildliche Darstellungen, moralische und religiöse Sprüche, durch Inschriften mit Namen, Wappen, Datum und Anlass der Schenkung eines besonderen Stückes, wurden sie auch zu einem Medium von Mitteilungen und Anschauungen der vornehmen Gesellschaft des jeweiligen Zeitabschnittes.
Die Vielfalt der Aussagen auf Bestecken eröffnet ein Spektrum dessen,
was vom Mittelalter bis zum frühen 20. Jahrhundert den wohlhabenden mitteleuropäischen Menschen bewegte: christliche Gesinnung, Gelehrsamkeit, Kunstverständnis, Erotik, Darstellung des persönlichen Reichtums, Erbfolge, Standeszugehörigkeit, Eltern- und Patenstolz.
Besonders interessant ist es, bei den ausgestellten Objekten, die vielfältigen für die Herstellung von Bestecken verwendeten Materialen zu sehen. Wenn auch in der Regel Stahl für die Klinge und in geringerem Maße für das Gabelvorderteil und Silber bzw. versilbertes Metall für die Griffe und den gesamten Löffel verarbeiteten wurden, so setzten die Kunsthandwerker mit Phantasie und Geschick alle erdenklichen Materialien zur Ausschmückung der Bestecke und zur Fertigung der Griffe wie auch ganzer Besteckteile ein: Holz, Horn, Elfenbein, Perlmutter, Schildpatt, Porzellan, Gold, Messing, Email, Bergkristall, Achat und andere Halbedelsteine. Diese Materialien erhalten ihren besonderen Wert durch die perfekte, detaillierte Bearbeitung, vor allem die Schnitzereien in Holz, Elfenbein und Bernstein bestechen durch ihre Präzision in den kleinsten Abmessungen.
Zu dieser Sammlung ist ein Buch erschienen, Autor und Fotograf in einer Person war der Sammler selbst, Dr. Klaus Marquardt.
Kenntnisreich werden Bestecke aller Typen und in
unterschiedlichsten Materialien, vom Mittelalter (13. Jh.) bis zur Neuzeit (Jugendstil) gezeigt. Alle
Bestecke sind in Farbe abgebildet, dazu werden interessante Details besonders kunstvoll
gearbeiteter Bestecke in einer großen Reichhaltigkeit dargestellt.
Der einleitende und begleitende Text vermittelt einen ersten allgemeinen Überblick,
während im Katalogteil alle Stücke wissenschaftlich beschrieben werden, für Händler und Sammler sind die abgebildeten Klingenmarken besonders interessant.
Klaus Marquardt
Europäisches Eßbesteck
aus acht Jahrhunderten
(englische Ausgabe)
264 Seiten,
658 Abbildungen,
35.- Euro plus Versand
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Die deutsche Ausgabe dieses Buches ist leider nicht mehr erhältlich. Deshalb haben wir die englische Ausgabe mit dem einleitenden deutschen Text und dem Katalogteil in einer zusätzlichen Broschüre ergänzt und damit dieses Buch auch dem deutschsprachigen Leser voll erschlossen.