Stein, Holz, und Knochen waren die Materialien, aus denen die Menschen über mehrere hunderttausend Jahre ihre Werkzeuge für den täglichen Gebrauch anfertigten und damit ihr Überleben sicherten. Die Entdeckung und erste Verwendung metallischer Rohstoffe war ein wichtiger Schritt in der Weiterentwicklung der menschlichen Lebensformen.
Im Norden des heutigen Irak begannen die Bewohner ca. 5000 v.Chr. die besonderen Eigenschaften von Metall für sich nutzbar zu machen, zunächst das in verhältnismäßig geringen Mengen gefundene gediegene Kupfer. Dies ist ein relativ weiches Metall, das durch Hämmern kalt verformbar ist, für Schmuck und Gefäße geeignet, aber nur sehr begrenzt für Werkzeuge oder Waffen einsetzbar. Durch die Entdeckung und Anwendung der Verhüttungstechniken um ca. 4000 v.Chr. konnten auch kupferhaltige Mineralien ( z.B. Malachit, Kuprit, Azurit,) so verarbeitet werden, dass ausreichend verwertbares Kupfer zur Verfügung stand. An der Wende vom 3. zum 2. Jahrtausend v. Chr. lernten die Menschen aus einer Mischung von 5-10 % Zinn und 90-95 % Kupfer ein besseres Metall herzustellen, die Bronze.

Damit hatte man ein Material zur Verfügung, das wesentlich härter und zugleich leichter schmelzbar war als das bis dahin benutzte Kupfer und deshalb als Rohstoff für Werkzeuge und Waffen allen bisher verwandten Materialien deutlich überlegen war.
Die nötigen Kenntnisse, d.h. das Erzeugen der notwendigen Temperaturen für den Schmelzprozess und die Anwendung der komplizierten Gussverfahren besaß man schon durch die Brennöfen der Töpfer und die Verarbeitung von Kupfer. Das größere Problem war die ausreichende Versorgung mit verwertbaren Erzen, denn die Lagerstätten von Kupfer und Zinn lagen meist weit auseinander, sodass ein Warenaustausch zwischen weit entfernten Regionen nötig wurde.
Die Technik der Herstellung und die Kenntnisse der Verarbeitung breitete sich vom Vorderen Orient über den ägäischen Raum und Italien nach Mittel- und Nordeuropa aus und hatten bis 1800 v. Chr. fast alle Teile Europas erreicht. Jetzt war die Bronze ein wichtiges und wertvolles Material zur Herstellung von Werkzeugen, Waffen und Schmuck, sie gab einer ganzen Zeitepoche, ihren Namen.

Da die Kulturen der Bronzezeit keine schriftlichen Zeugnisse hinterlassen haben, beruht unser Wissen im Wesentlichen auf der Interprätation archäologischer Grabungen. Die schon zu jener Zeit bestehenden Unterschiede zwischen gesellschaftlichen Schichten äußerte sich in einem ausgeprägten Totenkult. Waren auch die Formen der Bestattung unterschiedlich, die Bedeutung des Verstorbenen wurde immer durch die Beigabe von repräsentativen Gegenständen, wie Waffen, Gefäße oder Schmuck, besonders hervorgehoben. Da der Gebrauch von Steinwerkzeugen nicht völlig verschwand und für einfache Geräte weiterhin Stein als Rohstoff diente, waren Gegenstände aus Bronze das Besondere und auch Statussymbole einer bronzezeitlichen Elite. Diese prächtigen Dinge des Lebens sollten den Verstorbenen in das Reich des Todes begleiten, um auch dort mit den Symbolen seiner besonderen Stellung ausgestattet zu sein - heute geben sie uns Aufschluss über eine längst vergangene Kultur

Die Sammlung des Deutschen Klingenmuseums gestattet einen breiten Überblick über bronzezeitlicher Waffen. Neben Blankwaffen aus Europa und China, Bronzemessern aus Sibirien und Ägypten, besitzt das Museum als besonderen Sammlungsschwerpunkt über 100 Blankwaffen aus Bronze und Eisen mit der Herkunftsangabe Luristan oder Nord-Iran, damit ist sie die umfangreichste öffentlich zugängliche Sammlung dieser Art. .

Um 1000 v.Chr. geht der Gebrauch von Bronze langsam zurück, denn ein neuer Werkstoff erobert Europa, das Eisen. Wie zuvor bei der Bronze verbreitet sich die neue Technologie des Eisens auf langen Wegen aus Zentralanatolien nach Europa. Seit 1500 v. Chr. war die Gewinnung und Verarbeitung von Eisen einem dort lebenden Volk, den Hethitern in Anatolien, bekannt. Dieser neue Werkstoff verdrängte die immer noch benutzten Werkzeuge aus Stein und Holz, die bronzenen Waffen wurden durch das bessere Eisen ersetzt,
eine neue Zeit begann.

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