Schon im 19. Jahrhundert
wurde in Solingen eindringlich gefordert mit einer
Schule die gestalterischen Berufe der Stahlwarenindustrie zu
fördern und weiter zu bilden.
1904, fast achtzig Jahre nach den
ersten Ideen konnten die Pläne umgesetzt werden, die
"Fachschule für die Stahlwarenindustrie in Solingen" wurde
gegründet.
»Die vornehmste Aufgabe der Schule soll sein, Beteiligten in der Solinger Stahlwarenindustrie Gelegenheit zur geschmacklichen, praktischen und theoretischen Weiterbildung in ihrem Berufe zu bieten«.
Vier Jahre waren Schüler und Lehrer recht
provisorisch in diesem Fabrikgebäude untergebracht,
1908 konnte man einen stattlichen Neubau
beziehen (Bild oben). Zum didaktischen Konzept der Schule gehörte auch das Lernen aus den Leistungen vergangener Zeiten
und damit aus den vorbildhaften Objekten der Solinger Klingenhandwerker. Deshalb wurde von Beginn an eine Vorbildersammlung alter
Solinger Produkte als Anschauungsmaterial für die Schüler der
unterschiedlichen Berufsrichtungen angelegt. Ankäufe, Geschenke und
großzügige Stiftungen ließen die Bestände wachsen,
Schwerpunkte bildeten sich heraus, im
besonderen Blankwaffen, Schwerter und
Degen Solinger Meister.

Die Größe der Sammlung führte 1929 zur Einrichtung des
"Industriemuseums" in
einigen Räumen der Schule. Hatte man bisher nur Dinge
aus heimischer Produktion zusammengetragen, so erweiterte
man jetzt das Aufgabengebiet der Sammlung und wandte
sich nun "Blanken Waffen und Bestecken aller Zeiten und Völker"
zu. Die Vergrößerung der Bestände erforderte auf Dauer eine andere
räumliche Lösung für das Museum. Die Verbindung mit der Schule
war nicht mehr zeitgemäß, die Sammlung musste in ein selbständiges Museum
überführt werden.
Der erste Direktor des Museums, Dr. Heinz Robert Uhlemann, kümmerte sich seit 1952 um eine zeitgemäße,
den damaligen didaktischen und ästhetischen Vorstellungen entsprechende Einrichtung der Museumsräume.
1954 konnte dieses neue Museum im ehemaligen Gräfrather Rathaus, dem heutigen
Museum Baden Solingen, unter dem Namen
"Deutsches Klingenmuseum" eröffnet werden.
Weitere bedeutende
Ankäufe stärkten die beiden Hauptsammlungsgebiete, blanke Waffen und
Bestecke.
Durch den Erwerb zweier Bestecksammlungen von beachtlicher Größe erlangte
das Museum auf diesem Gebiet Weltgeltung. Begleitend dazu
wurden kunst- und kulturhistorische Werke mit Darstellungen von
Waffenträgern und Tafelszenen aus Malerei, Grafik und
Skulptur, zusammengetragen.
Das Museum kam in die Jahre, das 1954
bezogene Gebäude wurde auf Dauer zu klein. 1991 konnte das
Museum in sein heutiges Domizil umziehen.
Mit der Verlagerung der
Sammlungsbestände in die neuen Räume konnte auch der lang
gehegte Wunsch umgesetzt werden, die Sammlungen großzügiger und nach
einer neuen, modernen Konzeption zu präsentieren.