Das Museum - Sein Gebäude

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Oberhalb des historischen Ortskerns von Solingen-Gräfrath, einer typischen bergischen Kleinstadt mit Marktplatz, Brunnen und Wohnhäusern aus dem 18. Jahrhundert, liegen die Gebäude des ehemaligen Klosters und späteren Augustiner-Chorfrauen-Stifts Gräfrath. 1185 gründete hier Gräfin Elisabeth, Äbtissin des Klosters Vilich bei Bonn eine Ordensgemeinschaft, deren Nonnen nach den Regeln des Heiligen Augustinus lebten. Zu Beginn des 17.Jh. wurde das Kloster in ein freiweltliches Damenstift umgewandelt in dem bis zu seiner Schließung im Jahre 1803 überwiegend unverheiratete Töchter des bergischen Adels lebten.

Die Stiftsgebäude in der heutigen barocken Form stammen aus den ersten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts, Spuren älterer Bauten sind nicht mehr vorhanden. Mehrfach zerstörten verheerende Brände in früheren Zeiten den unterhalb liegenden Ortskern von Gräfrath, durch starken Funkenflug wurden Kloster und Kirche jedesmal auch in Mitleidenschaft gezogen. So brannte im Dezember 1686 fast der ganze Ort nebst Kloster und Klosterkirche ab. Von etwa 500 Einwohnern waren 400 obdachlos. Im Juli 1717 wurden die inzwischen wieder aufgebauten Gebäude des Klosters durch Blitzschlag erneut teilweise eingeäschert. Unter Verwendung noch erhaltener Teile wurde die Anlage nun zum zweiten mal wieder errichtet.

Die Säkularisierung 1803 beendete die Geschichte des Stiftes. Für die Gebäude begann eine sehr wechselhafte und unterschiedliche Nutzung. Die preußische Regierung nutzte sie ab 1820 als Kaserne, dabei wurde auch ein Gebäudeflügel abgetragen, denn ursprünglich war, wie bei Klosterbauten üblich, die Anlage allseitig geschlossen. In der Folge standen sie als Heim für schwer erziehbare Mädchen zur Verfügung, schließlich wurden sie Altersheim um letztlich als Archiv der Stadt Solingen zu dienen.

Foto 1990 wurden die ehemaligen Stiftsgebäude saniert und für die Bedürfnisse des Deutschen Klingenmuseums im Innern grundlegend erneuert und umgestaltet. Der Architekt Josef Paul Kleihus, der mit mehreren Museumsprojekten international bekannt wurde, gab dem denkmalgeschützten Bau Klarheit und Ruhe und dem Museum Raumfolgen, deren Geschichte und ursprüngliche Nutzung nicht geleugnet werden und die gleichzeitig vielfältig zu nutzende Ausstellungsräume sind. Trotz aller moderner Umbauten ging die Erinnerung an das alte Gebäude mit seiner wechselvollen, spurenreichen Geschichte nicht verloren, sein Charakter blieb erhalten. Seit 1991 ist das ehemalige Damenstift die endgültige Heimat des "Deutschen Klingenmuseums".

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