200 Flüchtlinge aus 26 Nationen

Pressemitteilung

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Seit Anfang des Jahres sind in Solingen rund 200 Flüchtlinge aus 26 verschiedenen Nationen angekommen. Die größten Gruppen stammen aus Mazedonien und Serbien, Iran und Irak, dicht gefolgt von Georgiern, Kirgisen und Afghanen.

"Oft sind es junge Familien, die Zuflucht suchen", erläutert Mike Häusgen, Leiter des Stadtdienstes Einwohnerwesen. Sie seien froh, ihren Verfolgern entkommen zu sein, hätten aber oft traumatische Ereignisse, etwa bei der Flucht, zu verarbeiten. Insgesamt leben 135 Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre in den Solinger Übergangsheimen. Die Wohlfahrtverbände sind dort mit Angeboten wie Sprachförderung, Hausaufgabenhilfe und Freizeitgestaltung, aber auch Lernunterstützung für Mütter und Kinder vor Ort.

Da bundesweit mit einem weiteren Zuzug von Flüchtlingen gerechnet wird, arbeiten Verwaltung, Verbände und Migrantenselbsthilfeorganisationen daran, die Angebote zu erweitern. Eine Ergänzung könnte etwa in der Übernahme von Patenschaften bestehen.

Ein kurzer Abriss zur rechtlichen Situation von Flüchtlingen:

In der Regel stellen Flüchtlinge bei ihrer Einreise einen Asylantrag vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BaMF). Für die Dauer des Verfahrens erhalten die Antragsteller eine sogenannte Aufenthaltsgestattung. Während dieser Zeit dürfen sie keine Arbeit aufnehmen. Nach einer Unterbringung in Sammelunterkünften werden sie nach einem festen Verteilerschlüssel den Kommunen zugewiesen. Diese sind dann zuständig für die Umsetzung der vom Bundesamt oder von Gerichten getroffenen Entscheidungen. Werden die Bewerber nach Maßgabe der Genfer Flüchtlingskonvention anerkannt, erhalten sie einen Aufenthaltstitel für die Bundesrepublik Deutschland und damit auch Zugang zum Arbeitsmarkt und den sozialen Systemen.

Wird der Asylantrag abgelehnt, ist die Stadt Solingen für die Ausreise ins Heimatland zuständig. "Das ist vor dem Hintergrund traumatischer Erlebnisse wie auch im Hinblick auf die wirtschaftliche, politische und soziale Lage im Heimatland oft sehr belastend", sagt Mike Häusgen. Rückkehrprojekte sollen dabei helfen, die freiwillige Rückkehr erträglich zu gestalten.