25 Jahre Städtefreundschaft. Jubiläumsfeier in Israel

Pressemitteilung

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"Möge dem Staat Israel dauerhafter Frieden und eine glückliche Zukunft vergönnt sein. Und möge die Freundschaft zwischen Solingen und Ness Ziona blühen und gedeihen. Ebenso blühen und gedeihen wie die Bäume, die wir heute morgen gemeinsam gepflanzt haben." Das sagte Solingens Oberbürgermeister Norbert Feith bei der Feier zum 25jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft mit Ness Ziona in Israel. Der Festakt fand in der Vitrage Hall im Stadtzentrum von Ness Ziona statt, einer privaten Festhalle, die gern für große Hochzeitsfeiern genutzt wird und auch der Stadt für offizielle Veranstaltungen dient.

Neben Norbert Feith sprachen Ness Zionas Bürgermeister Jossi Shvo, Dr. Rafi Schnitzer als Vertreter der “Freunde Solingens in Ness Ziona” und Bernd Krebs für den entsprechenden Solinger Verein, außerdem Jossi Pellet, Minister der Staatsregierung, und Leonid Goldberg, Vorsitzender der Jüdischen Kultusgemeinde Wuppertal. Er sprach eine Einladung an Jossi Shvo zur 10-Jahres-Feier der Bergischen Synagoge im Dezember aus und erinnerte an die Unterstützung Solingens beim Bau des Gotteshauses.

Die Solinger Gäste zeigten sich beeindruckt von der charmanten Moderation durch Ronit Maoz, einer Bürgerin aus Ness Ziona, die ausgezeichnet deutsch spricht und die Übersetzungen der Redetexte vorlas. Ebenso angetan waren sie von der künstlerischen Qualität der musikalischen und tänzerischen Darbietungen durch das Jugendorchester des städtischen Konservatioriums Ness Ziona und einer Mädchengruppe der Schule für Tanz und Bewegung. Musik, Gesang und Kunst werden in Israel vom Kleinkindalter an stark gefördert.

Jossi Shvo blickte in seiner Ansprache auf die lange Vergangenheit des Volkes Israel zurück: “ Während Ihres Besuches hier und andernorts in Israel können Sie sich überzeugen, was in Israel geleistet wurde nach dem 2000jährigen Exil - aber das in nur 100 Jahren! Die ersten Siedler Ness-Zionas, Juden aus Russland und Osteuropa, kamen im Jahr 1883 hierher, mit der Vision und Hoffnung in ihrem Herzen, eine jüdische Nation zu schaffen, das Land aufzubauen, und den Boden im Schweiße ihres Angesichts zu bearbeiten. (….) Wir, das jüdische Volk, sind in das Land unserer Väter zurückgekehrt und wollen hier in Frieden und Sicherheit leben."

Zur politischen Lage sagte er: "Wie Sie selbst feststellen können, ist unsere Region instabil. In den Nachbarländern findet ein Prozess der Radikalisierung und des religiösen Fundamentalismus statt. (…) Wir danken der deutschen Regierung für ihre jahrelange Unterstützung des Staates Israel und für ihr konsequentes Verständnis unserer Probleme." Oberbürgermeister Norbert Feith bekräftigte das mit folgenden Worten: "Ich bin überzeugt, dass Europa im Streit mit dem Iran unerschütterlich an der Seite des israelischen Volkes stehen muss und stehen wird. Unser Ziel ist ein respektvolles Miteinander der Völker in Frieden und Freiheit. Krieg darf es nicht geben!"

Beide Redner betonten, dass die besonderen Beziehungen in den letzten drei Jahrzehnten zwischen Solingen und Ness Ziona hauptsächlich auf zahlreichen persönichen Kontakten der Bürgerinnen und Bürger untereinander beruhen und sprachen den beiden Freundschaftsvereinen ihren Dank aus.

Jossi Shvo beendete seine Ansprache mit den Worten: "25 Jahre besteht der Bund. Im Rückblick kann ich mit Zuversicht und Stolz sagen, dass wir die freundschaftlichen Beziehungen aufgebaut haben auf gegenseitiges Engagement, Respekt und Bewunderung. … Schalom an alle Menschen von Solingen und  Deutschland.”

Bernd Krebs erinnerte an eine Israel-Reise des damaligen Oberbürgermeisters Gerd Kaimer (dessen Grüße er bei der Gelegenheit überbrachte) im Jahr 1991, “mitten im Golfkrieg”. Kaum zwei Kilometer von Ness Ziona seien damals Scud-Raketen eingeschlagen. “Das war gelebte Solidarität mit dem israelischen Volk und dafür stehen wir Solinger heute noch.” Und weiter: “Die ganze Geschichte unserer Freundschaft war ein Wunder.” Dazu muss man wissen, dass das hebräische Wort “Ness” zwei Bedeutungen hat: “Wunder” und “Fahne”. Das spätere Ness Ziona war der Ort, wo die heutige Staatsflagge, die Fahne mit dem “Davidstern”, das erste Mal - noch unter osmanischer Herrschaft - gezeigt wurde.

Oberbürgermeister Feith überreichte zum Schluss einen Scheck über 2.500 Euro für das Seniorenzentrum in Ness Ziona, das die Delegation am Vormittag besucht und wo der OB eine kurze, berührende Begegnung mit einer Überlebenden des Holocaust erlebt hatte.

Im Auftrag der auch für Solingen zuständigen Wuppertaler Polizeipräsidentin Birgitta Radermacher händigte er einem Repräsentanten der Polizei von Ness Ziona eine NRW-Polizeimütze aus und übermittelte das Interesse an einem Kontakt auf der Ebene der Polizeibehörden.

Zum Schluss bekundeten beide Städte ihren Willen zur “Verlängerung” des Freundschaftsvertrages. Der Text nimmt Bezug auf einen Psalm der Bibel und das Bild des Baumes als Symbol für Freundschaft. Sinngemäß heißt es: “Unsere Städtefreundschaft soll wie der Baum der Bibel sein, gepflanzt an den Wasserbächen”.