28. Mai: Mahngang zur Unteren Wernerstraße

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Ein Laserstrahl als Fingerzeig für die ganze Stadt

Unter dem Motto "Gemeinsam auf dem Weg. Für eine tolerante und offene Gesellschaft.“ rufen Oberbürgermeister Norbert Feith und die DITIB-Merkez-Moscheengemeinde die Solinger Bürgerschaft in den Abendstunden des 28. Mai zum Gedenkgang zur Unteren Werner Straße auf. Treffpunkt ist der Haupteingang des Theaters und Konzerthauses an der Konrad-Adenauer-Straße.

Um 21.30 Uhr setzt sich der Kundgebungszug in Richtung Teschestraße in Bewegung und erreicht über Kronprinzenstraße, Schlagbaum, Kuller Straße und Paulinenstraße den Ort, an dem das Haus der Familie Genç gestanden hat, das in der Nacht zum 29. Mai 1993 von rechtsradikalen Jugendlichen in Brand gesetzt wurde. Der Anschlag kostete drei Mädchen und zwei junge Frauen das Leben. Etliche Familienmitglieder wurden verletzt und leiden bis heute seelisch und körperlich an den Folgen.

Von der Unteren Wernerstraße bewegt sich der Zug weiter über Schweizer und Kuller Straße sowie Konrad-Adenauer-Straße zum Mercimek-Platz, wo der Gedenkgang mit kurzen Ansprachen des Oberbürgermeisters und des Theologen Mehmet Soyhun vom DITIB-Bundesvorstand gegen 23.30 Uhr endet.

An der Unteren Wernerstraße werden keine Reden gehalten; wer Blumen dort ablegen möchte, kann dies gerne tun. Um ein in der Dämmerung wahrnehmbares Zeichen zu setzen, bitten Oberbürgermeister und Moscheengemeinde darum, Taschenlampen mitzubringen.

Den Weg zur Unteren Wernerstraße wird ab 21.30 Uhr ein senkrechter grüner Laserstrahl weisen, ein künstlerisches Landmark, das der Regisseur und Eventkünstler Andreas Schäfer erdacht hat. Das Licht will die Erinnerung weithin sichtbar machen. Vorausgesetzt natürlich, das Wetter spielt mit.

Die Idee entwickelte der Künstler im Dialog mit der Solinger Integrationsbeauftragten Anne Wehkamp. Der Laserstrahl will ein klares Zeichen setzen und auf den Ort der Tat und Trauer aufmerksam machen. Schäfer konnte für diese Aktion die Bochumer Spezialisten von tarm Showlaser GmbH als Sponsoren gewinnen. Die Firma ist international für Ihre Lasershows bekannt und gefragt. Am Abend des 28. Mai gehe es aber, so Schäfer, "nicht um einen Showeffekt, sondern um eine kontemplative künstlerische Aktion". Bis Mitternacht besteht sie aus einem senkrecht in den Himmel gerichteten grünen Beam. Dies Farbe ist am besten sichtbar, steht aber auch für den Islam. Um Mitternacht wird der Strahl in fünf symbolische  Pulse zerbrechen, um dann endgültig zu versiegen.

Für Ralf Lottig, den Geschäftsführer von tarm war es sofort klar, diese Aktion zu unterstützen. Internationalität ist ein Markenzeichen der Firma. Ein klares Zeichen für Vielfalt und gegen Rassismus unterstützen die Bochumer Spezialisten deshalb gerne.