8. Mai 1945. Ende des Zweiten Weltkrieges. Tag der Befreiung.

Pressemitteilung

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Am 8. Mai jährt sich zum siebzigsten Mal der Tag, an dem mit der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Armee der Zweite Weltkrieg in Europa und zugleich die nationalsozialistische Gewaltherrschaft endeten. Solingen und seine niederländische Partnerstadt Gouda werden mit einer gemeinsamen öffentlichen Veranstaltung am Samstag, 9. Mai, in der Schalterhalle des Alten Hauptbahnhofs an den Tag erinnern, der spätestens seit der wegweisenden Rede des Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker vor dem Bundestag (1985) auch im historischen Gedächtnis der Deutschen ein „Tag der Befreiung“ ist.

In den Niederlanden wird das Ende der deutschen Besetzung bereits am 4. und 5. Mai gefeiert. Dort richtet ein nationales Komitee die Feierlichkeiten zum „Bevrijdingsdag“ aus. Bereits im Jahr 2012 hatte der Solinger Oberbürgermeister Norbert Feith auf Einladung seines Amtskollegen Wim Cornelis an der Feier in Gouda teilgenommen und eine Ansprache gehalten. Auch in diesem Jahr wird Feith am 4. und 5. Mai mit einer Delegation des Stadtrates in die Partnerstadt reisen.

Die Feierstunde in Solingen wenige Tage später steht unter europäischem Vorzeichen. Sie will am Beispiel des niederländisch-deutschen Verhältnisses deutlich machen, wovon die alliierten Truppen Europa und die Deutschen im Mai 1945 befreit haben: von dem menschenverachtenden und mörderischen NS-System. Sie wird aber auch zeigen, wozu die Völker Westeuropas damals frei geworden sind: zu einem Staatenverbund, der den Frieden und die Freiheit als seine grundlegenden Werte betrachtet und heute intensiv lebt - auch im Osten Europas, seitdem die Strahlkraft dieser Werte vor einem Vierteljahrhundert auch zum Zusammenbruch des Sowjetimperiums beigetragen hat.

Die Veranstaltung gliedert sich in zwei Teile, die musikalisch von der Musikschule Solingen umrahmt werden. Nach Grußworten von Oberbürgermeister Norbert Feith und seines Amtskollegen aus Gouda, Bürgermeister Dr. Milo Schoenmaker, stellt der niederländische Historiker Professor Dr. Hermann von der Dunk die niederländische Sicht auf den 8. Mai 1945 dar. Anschließend referiert der Bonner Politikwissenschaftler und Direktor des Zentrum für Europäische Integrationsforschung (ZEI) Professor Ludger Kühnhardt über die europäische Friedensordnung.

Schwerpunkt des zweiten Teils ist eine Gesprächsrunde unter der Moderation von Klaus Blasberg, Direktor des Gymnasiums Schwertstraße. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen aus Gouda und Solingen. Die Runde wird der Frage nachgehen, wie das Verhältnis von Deutschen und  Niederländern heute im Alltag aussieht. Stehen uns noch nationale Vorurteile und Stereotype im Weg oder ist die (europäische) Realität schon längst darüber hinweggegangen?

Informationen zu Professor von der Dunk und Professor Kühnhardt bei Wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_W._von_der_Dunk

http://de.wikipedia.org/wiki/Ludger_K%C3%BChnhardt

„Der 8. Mai war ein Tag der Befreiung. Er hat uns alle befreit von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.

Niemand wird um dieser Befreiung willen vergessen, welche schweren Leiden für viele Menschen mit dem 8. Mai erst begannen und danach folgten. Aber wir dürfen nicht im Ende des Krieges die Ursache für Flucht, Vertreibung und Unfreiheit sehen. Sie liegt vielmehr in seinem Anfang und im Beginn jener Gewaltherrschaft, die zum Krieg führte.“

Bundespräsident Richard von Weizsäcker (1985)