Ab 2019: Kreative Pause für die „MesserMacherMesse“

Pressemitteilung

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Erfolg der Verkaufsmesse überdehnt zunehmend die Möglichkeiten des Klingenmuseums

Seit dem Jahr 2000 lud das Deutsche Klingenmuseum in jedem Mai zur zweitägigen MesserMacherMesse ein. International bekannte Messermacher stellten ihre handwerklich hochwertigen Produkte vor, die sie nicht selten aus sehr edlen Materialien gefertigt hatten. Workshops und Vorführungen rundeten das Programm ab. Allein in diesem Mai versammelten sich rund 2.000 Besucherinnen und Besucher unter dem Dach des Museums in Solingens historischem Stadtteil Gräfrath.

Doch die diesjährige Messe, erstmals eingerahmt von den insgesamt viertägigen Messertagen, wird vorerst die letzte sein. Daraüber informierte Kulturdezernentin Dagmar Becker gestern abend den Kulturausschuss. Der Publikumserfolg stellt das ehemalige Gräfrather Augustinerinnenstift, in dem das Museum seit 1991 seinen Sitz hat, als Veranstaltungsort zunehmend in Frage. Der Platzbedarf für Aussteller und Besuchende stößt an Grenzen, das Angebot an Parkplätzen reicht bei weitem nicht aus, die Erfüllung der Brandschutzauflagen ist problematisch. Vor allem aber wächst der organisatorische Aufwand dem überschaubaren Team des Klingenmuseums über den Kopf. Einen guten Teil des Jahres sind Musuemsleitung und Mitarbeitende inzwischen mit der Vorbereitung  der Verkaufsmesse ausgelastet, was eigentlich nicht die Kernaufgabe des „DKM“ ist.

Denn gerade jetzt brauchen Museumsdirektorin Dr. Isabell Immel und ihr Vertreter Dr. Sixt Wetzler einen freien Kopf und Bewegungsspielraum: Das Ausstellungskonzept ist über dreißig Jahre alt und entspricht nicht mehr heutigen Standards der Museumsdidaktik. Die Messe zieht zwar einmalig viele Menschen an, den Rest des Jahres aber ist es zu still im Klosterhof. Die Besucherzahlen sind rückläufig. Diese Entwicklung umzukehren ist der Ehrgeiz der Museumsleitung. Isabell Immel:„Das große Potential der hervorragenden Sammlung ist noch lange nicht ausgereizt. Davon sind wir fest überzeugt: Eine Modernisierung der Dauerausstellung, die Verknüpfung mit digitalen Inhalten und ein umfangreiches Angebot an themenbezogenen Aktionen wird einerseits die langjährige Freundinnen und Freunden des Museums neu begeistern, andererseits ein größeres, auch internationales Publikum anlocken. Und dann haben wir noch einige Hausaufgaben zu tun: der Sammlungsbestand muss digitalisiert, das museumspädagogische Programm intensiv weiter entwickelt werden."

Der Abschied von der Messe fällt den Museumsmachern nicht leicht. Sixt Wetzler: „Die Entscheidung, die MesserMacherMesse hier in Gräfrath nicht weiterzuführen, ist uns nicht leicht gefallen. Die Messe war eine erfolgreiche Veranstaltung, die wir alle mit viel Herzblut und Mühe auf die Beine gestellt haben und sie war nicht zuletzt ein Event, bei dem Freundschaften entstanden und gepflegt wurden. Aber wir mussten einfach einsehen: Es bleibt zu viel Museumsarbeit liegen, vor allem für die Weiterentwicklung des Museums ist zu wenig Zeit.“

Die Messepause im Jahr 2019 soll kein Abschied für immer sein: Isabell Immel und Sixt Wetzler haben bereits den Kontakt zum Stadtmarketing im Rathaus gesucht. Gemeinsam will man überlegen, wie das erfolgreiche Format künftig fortgeführt werden kann, am anderen Ort und gegebenenfalls in anderer Trägerschaft.

Denn eins ist für Isabell Immel und Sixt Wetzler sicher: "Solingen ist und bleibt eine der Klingenhauptstädte der Welt und die perfekte Plattform, um die Kunst des Messermachens zu präsentieren." Auf ein neues Format, das in den kommenden Jahren an einem neuen Veranstaltungsort an den Start gehen wird, dürfe man jetzt schon gespannt sein.