Ab Januar selbst verbuchen

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Funkerkennung schützt Bibliotheksmedien vor Diebstahl

Selbst ist der Leser:  Ab dem 3. Januar können die Besucherinnen und Besucher der Stadtbibliothek ihre Bücher, CDs, Filme und andere Medien selbst am Automaten ausleihen und zurückgeben. Zwei Selbstverbuchungsstationen stehen schon jetzt im Erdgeschoss an der Mummstraße für die Ausleihe bereit; hinzu kommen zwei weitere Terminals und ein Regal für Medien, die zurückgebracht werden. Spätestens im Februar soll zudem die Außenrückgabe aktiviert werden: Dann können Bücher unabhängig von den Öffnungszeiten zurückgegeben werden - durch ein in der Hauswand installiertes Schubfach, das nur mit einem gültigen Ausweis geöffnet werden kann.

Die Stationen werden leicht zu bedienen sein, versichert Bibliotheksleiterin Sylvia Heinrichs-Reinshagen. Zudem stehe in den ersten Wochen immer ein Mitarbeiter für Fragen bereit. Auch sei die Diskretion bei der Selbstverbuchung größer: "Welche Medien ausgeliehen oder abgegeben werden, sieht nur die Nutzerin oder der Nutzer selbst." Ein weiterer Vorteil liege in der Entlastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Routinearbeiten. Zwar wird es weiterhin einen kleinen Servicebereich für Anmeldungen, Fernleihen oder Auskünfte geben, doch können sich die insgesamt 35 Bibliotheks-Angestellten nun mehr um die persönliche Beratung oder besondere Veranstaltungen kümmern - immerhin an die 360 pro Jahr! Hinzu kommen 15 Integrationskräfte, die im Internet-Café beschäftigt sind.

Und wie funktioniert das neue System? Bisher wurden bei der Verbuchung die Strichcode-Etikette der Medien per Hand eingescannt. Die neue RFID-Technik (Radio Frequency Identification, zu deutsch: Funkerkennung) verbucht die Medien nicht nur, sondern sichert bzw. entsichert sie gleichzeitig, um sie vor Diebstahl zu schützen. Im Herbst wurden dafür mit Hilfe mobiler Konvertierungsstationen die rund 90.000 Bücher sowie 30.000 CD's, DVD's und Spiele der Stadtbibliothek mit einem neuen RFID-Etikett beklebt und mit der entsprechenden Barcodenummer des Mediums verknüpft.

Zu den Umbauarbeiten in den vergangenen Wochen zählten ferner das Aufbrechen der Fassade zur Installation der Außenrückgabeanlage sowie die Installation eines neuen Sicherungs-Gates im Eingangsbereich, das piept und leuchtet, wenn jemand ein nicht eingebuchtes Medieum entwenden will. Zudem wurde die Wärmeschleuse ausgetauscht - Bodenarbeiten und die Verlegung von Kabeln und Rohren inklusive. Insgesamt investierte die Stadtbibliothek Solingen 140.000 Euro in die moderne Technik, die von den Besucherinnen und Besuchern während der folgenden Öffnungszeiten genutzt werden kann:

dienstags bis freitags 11 bis 19 Uhr
samstags 10 bis 16 Uhr.