Am Freitag Aktionstag gegen die Todesstrafe

Pressemitteilung

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Solingen nimmt erstmals an der Kampagne "Cities for life" teil

Was haben die Oper in Sydney, das Kolosseum in Rom und die Solinger Clemenskirche gemeinsam? Alle drei Gebäude erstrahlen am Freitag in grünem Licht - als Symbol der Hoffnung, dass die Todesstrafe auch in den verbliebenen 58 Ländern der Welt abgeschafft werden wird. Nach dem einstimmigen Ratsbeschluss vor einem Jahr wird sich die Klingenstadt erstmals am weltweiten "Aktionstag für das Leben" beteiligen. Am

Freitag, 30. November,
um 17:30 Uhr
im Franziskus-Saal der Gemeinde St. Clemens
an der Goerdelerstraße 80

lädt die Solinger Gruppe von Amnesty International in Kooperation mit der Klingenstadt Solingen, der Pfarreiengemeinschaft Solingen MiNor, dem Katholikenrat Solingen und dem Katholischen Bildungswerk Wuppertal / Solingen / Remscheid neben Snacks, Getränken und Musik zu einem Vortrag über das Engagement der "Cities of Life" ein. Kerstin Birke stellt Erfahrungsberichte von Sant'Egidio vor, einer katholischen Laiengemeinschaft, die die Kampagne 2002 initiierte.

Für Tim Kurzbach ist das kein Zufall: "Als Christen glauben wir, dass alle Menschen Gottes Kinder sind und als solche das Recht auf ein Leben in Würde haben", erklärte der Oberbürgermeister im Pressegespräch. Zu viele Menschen würden heute versuchen, den Artikel 1 des Grundgesetztes zu nivellieren. "Schon die Verrohung der politischen Sprache ist ein Warnsignal", so Kurzbach, für den die Todesstrafe auch psychischer Natur sein kann: "Schon die Formulierung ,Du bist für mich gestorben' verletzt die Seele." Deshalb sei die Achtung der Menschenwürde der Kern einer funktionierenden Demokratie.

Den Anstoß, dass sich auch Solingen der Kampagne für das Leben anschließen möge, hat Bernhard Erkelenz gegeben. Der engagierte Katholik freut sich über das von Frank Göllmann inszenierte sichtbare Zeichen, das nun jährlich die Klingenstadt erleuchten soll. Denn das Thema "Todesstrafe" ist keineswegs weit weg, wie Erkelenz' "Amnesty"-Kollegin Daniela Tobias erklärt: "Bei einer Umfrage unter 2000 deutschen Jura-Studenten haben sich 26 Prozent für die Wieder-Einführung der Todesstrafe ausgesprochen", berichtet die Journalistin. Und bei einer Volksabstimmung zur Reform der hessischen Landesverfassung vor einer Woche haben sich laut amtlichem Endergebnis zwar 83 Prozent der Urnengänger für eine Abschaffung der Todesstrafe ausgesprochen - aber zugleich auch 17 Prozent dafür.

Es gibt also noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten für die 20 aktiven "Amnesty International"-Mitglieder in Solingen, deren Aktivitäten übrigens auch von Tim Kurzbach gefördert werden. "Allein in unserer Flüchtlingsarbeit kommt uns die drohende Todesstrafe immer wieder ganz nah", so der Oberbürgermeister.