Corona: OB Kurzbach appelliert, Verantwortung mit zu tragen

Pressemitteilung

- 121/tk

Stadt-Chef bittet dringend, Vorgaben zu befolgen. Rathaus-Schließungen zunächst bis Ende der Woche

Zahl der Infizierten steigt auf 29

In der Corona-Krise steigt die Zahl der Infizierten auch in Solingen: Am Montag meldete das Krankenhaus Bethanien 29 bestätigte Infektionen. Rund 300 Menschen befinden sich derzeit in Quarantäne, gut 200 Kontaktpersonen werden derzeit überprüft. Um den wachsenden Anforderungen gerecht werden zu können, hat die Stadtverwaltung das Gesundheitsamt dauerhaft verstärkt. 30 Plätze an sieben Tagen in der Woche sind im Team des Gesundheitsamtes zusätzlich besetzt worden. Dort wird in Schichten gearbeitet. Darüber hinaus geht der fortlaufende Umbau der Stadtverwaltung für den Krisenbetrieb weiter.

Appell von OB Kurzbach: Einschränkungen ernst nehmen; Verantwortung übernehmen!

Angesichts der Entwicklung appelliert Oberbürgermeister Tim Kurzbach mit ganzem Nachdruck an die Solingerinnen und Solinger, die Einschränkungen und Vorgaben unbedingt ernst zu nehmen. "Keiner darf die Bestimmungen auf die leichte Schulter nehmen. Keiner sollte meinen, für sich einfach Ausnahmen machen zu können. Es ist absolut notwendig, die Kontakte auf das Allernötigste zu reduzieren und vernünftig die Verhaltensregeln zu beachten, die von Experten ausgegeben werden. Nur dann können wir die Ausbreitung des Virus entscheidend verlangsamen und unsere Systeme vor Überlastung schützen. Bitte seien Sie bereit, in dieser wichtigen Phase die Einschränkungen zu befolgen! Das ist solidarisches Verhalten."

Nur mit dieser Bereitschaft lassen sich laut Kurzbach  die Optionen aufrecht erhalten, die derzeit noch möglich sind. Andernfalls werde sonst der Punkt kommen, an dem weitere Verfügungen das Leben noch stärker einschränken. "Die Solingerinnen und Solinger können jetzt beweisen, dass sie verstehen, vernünftig, verantwortlich und besonnen mit den verbliebenen Freiheiten umzugehen."

Verwaltungsgebäude schließen vorerst bis Ende der Woche

Derweil werden die Rathäuser, Bürgerbüros und Verwaltungsstellen sowie das Jobcenter auf jeden Fall für den Rest der Woche geschlossen bleiben. Die telefonische Erreichbarkeit der Ämter und Dienststellen über die bekannten Rufnummern ist sichergestellt, ebenso über die E-Mail-Adressen. Informationen dazu liefert auch die Homepage der Stadt Solingen (www.solingen.de). Um die Telefonanlage zu entlasten, sollte möglichst viel über E-Mail abgewickelt werden.

Einrichtung eines Notschalters

Für Vorgänge, die unbedingt ein persönliches Erscheinen erfordern, ist am Rathaus Walter-Scheel-Platz ein abgegrenzter Notschalter am Haupteingang eingerichtet. Dort können dringende Informationen abgegeben oder erfragt werden. Notschalter betreiben auch das Verwaltungsgebäude an der Gasstraße sowie das Jobcenter an der Kamper Straße.

Darüber hinaus sucht die Verwaltung einen Standort, an dem ein dauerhafter Notschalter-Betrieb organisiert werden kann. Dieser muss Sicherheitsvorkehrungen ermöglichen, die eine Ansteckungsgefahr verhindern. Ziel ist es, diesen Notschalter möglichst noch in dieser Woche in Betrieb zu nehmen.  

Briefkästen nutzen

Die regelmäßige Leerung der Briefkästen an den geschlossenen Verwaltungsstandorten ist gewährleistet. Fristen können über diesen Weg gewahrt werden.

 

  • Rathaus: Nachtbriefkasten im Hinterhof (Poststelle) nahe des Torbogens an der Cronenberger Straße
  • Bonner Straße: Briefkasten am Haupteingang
  • Gasstraße: Briefkasten am Haupteingang
  • Jobcenter Kamper Straße:  Briefkasten am Haupteingang

 

Verstärkung des Ordnungsdienstes

Die Stadt verstärkt den kommunalen Ordnungsdienst um 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die aus anderen Bereichen der Verwaltung abgezogen werden. Diese prüfen, dass die Vorgaben der Allgemeinverfügung eingehalten werden, die von der Stadt Solingen am Montag, 16. März, erlassen wurden. Sie gründet auf der Verfügung des Landes Nordrhein-Westfalen und gilt bis zum 19. April. Der Text der Allgemeinverfügung wird dieser Mitteilung beigefügt.

Die Verfügung regelt die Bestimmungen für:

 

  • Reiserückkehrer
  • Besuchseinschränkungen in Krankenhäusern, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen
  • Begegnungsstätten (Bars, Clubs, Diskotheken, Theater, Kinos, Museen, Fitness-Studios, Schwimmbäder, Saunen, VHS, Musikschule, öffentliche und private Bildungsreinrichtungen)
  • Sportvereine, Sport- und Freizeiteinrichtungen
  • Spielhallen, Spielbanken, Wettbüros
  • Bibliotheken
  • Restaurants, Gaststätten, Hotels
  • Einkaufszentren
  • Versammlungen unter freiem Himmel (Demonstrationen)

Weitere, am Montagabend durch die Bundeskanzlerin angekündigten Einschränkungen werden in Abstimmung mit dem Land NRW sukzessive geprüft und umgesetzt.

Stadtwerke

Alle Busse fahren nach dem üblichen Fahrplan, das heißt, dass der Verkehr auf allen O-Bus- und Auto-Bus-Linien wie gewohnt gegen 04:00 Uhr startet. Der letzte Wagen kommt als Nachtexpress gegen 01:40 Uhr am Folgetag rein. Diese Regelung ist bis Mittwoch vorgesehen. Danach wird auf den Ferien-Betrieb umgestellt.

Es ist geplant, dies auch so in den kommenden Wochen fortzuführen. Allerdings werden die Stadtwerke beobachten, wie stark Fahrgäste das Angebot noch nutzen und wie sie sich auf die einzelnen Linien / Wagen verteilen.

Erweiterte Service-Angebote

Die Hotline der Wirtschaftsförderung wird seit Mitte vergangener Woche stark in Anspruch genommen. Unter der Telefon-Nummer (0212) 2 49 48 88 (E-Mail: sandra.dahl@solingen.de) werden Anliegen bearbeit. Leider haben die Solinger Unternehmen viel Beratungsbedarf in dieser Krise. Auch das Bürger-Telefon (0212) 290 20 20 und die Hotline zur Notbetreuung von Kindern im Stadtdienst Jugend (212) 290 53 53 sind bisher intensiv genutzt worden. Die Verwaltung plant, diese Service-Leistungen weiter ausbauen.

Darüber hinaus sind ab Dienstag auch grundlegende Informationen in folgenden Sprachen auf der Homepage der Stadt Solingen zu finden: Englisch, Französisch, Türkisch, Arabisch, Italienisch. Auch ein Angebot in "einfacher Sprache" ist darunter zu finden.

Für alleinstehende Menschen, die sich in dieser Krise nicht allein helfen können, haben die Solinger Wohlfahrtsverbände ihr Angebot ebenfalls ausgebaut. Sie sind zu erreichen unter der Telefonnummer: (0212) 88 07 32 99.

Zudem ist das Informations-Angebot zu Corona auf der Homepage der Stadt erweitert, neu systematisiert und damit noch übersichtlicher gestaltet worden.

Dank an Erzieher/innen und Lehrerinnen und Lehrer

Ein ausdrückliches Dankeschön sendet Oberbürgermeister Tim Kurzbach an all die Erzieher/innen, Lehrerinnen und Lehrer, die am heutigen Montag und am vergangenen Wochenende tolle Arbeit geleistet haben, um den Start der Notbetreuung in ihren Einrichtungen zu organisieren. Dem Stadtdienst Jugend dankt der OB für die schnelle und gute Organisation, die am Wochenende unter Hochdruck bewältigt wurde.

Downloads