Das neue Arbeiten in der Praxis

- 319/bw

Solinger Verwaltungs-Studenten lernen im Rathaus Gouda anderes Arbeiten kennen.

Fasziniert zeigten sich sieben junge Solingerinnen und Solinger bei einem Besuch im Rathaus der niederländischen Partnerstadt Gouda von der futuristischen Architektur, aber ebenso von den technischen Möglichkeiten, mit denen dort die Verwaltungsarbeit in verschiedenen Co-Working-Zonen oder am Telearbeitsplatz organisiert wird. Annabelle Rechner, Isabel Fox, David Andertz, John Jürgens, Sean Wegner, Peter Guth und Björn Scharfscheer absolvieren ein Duales Studium zum Bachelor of Law bei der Stadt Solingen und der Fachhochschule für Öffentliche Verwaltung in Köln. Im Rahmen eines Projektes befassen sie sich mit "Internationalen Verwaltungsaustauschen" und untersuchen dabei Fragen nach Chancen und Möglichkeiten des Austauschs, nach möglichen Fördermitteln und den rechtlichen Voraussetzungen für Praktika und Hospitationen. Außerdem haben sie eine Mitarbeiterbefragung zu diesem Thema durchgeführt, um das Interesse an einem Auslandsaufenthalt zu erkunden.

Der heutige Besuch im "Huis van de Staad" Gouda sorgte nun für praktische Einblicke. Im modernen Rathaus direkt am Bahnhof, dessen Glas- und Betonfassade an die berühmten Sirupwaffeln Goudas erinnert, gewannen sie einen Eindruck vom Arbeiten in offenen, transparenten Etagen mit schallgedämmten Großflächen und unterschiedlichen Arten von Arbeitsplätzen und lernten eine digital arbeitende, weitgehend papierlose Verwaltung kennen -  keine Leitz-Ordner in den Sitzungen, nur noch Tablets, Smartphones und Laptops. Tagesordnungen, Vorlagen, Protokolle, Termine, Schriftverkehr – alles steht elektronisch zur Verfügung. Im Januar hatte der Solinger Verwaltungsvorstand bereits in Gouda getagt und war beeindruckt vom "neuen Arbeiten" in der Partnerstadt.

Die Solinger Verwaltungsstudenten stellten zahlreiche Fragen, etwa nach den genauen Arbeitsabläufen, aber auch nach der Akzeptanz bei der Belegschaft. Bettina Verbeek, Beauftragte für internationale Angelegenheiten der Stadt Gouda, berichtete, es habe sehr wohl Befürchtungen gegeben, die aber heute keine Rolle mehr spielten. Zwei Jahre sei die Umstellung und die Philosophie des neuen Arbeitens gemeinsam mit der Belegschaft, aber auch mit Bürgerinnen und Bürgern vorbereitet worden. Das habe zu einer stärkeren Identifikation mit der Arbeit, zu mehr Eigenverantwortung und größerer Zufriedenheit geführt. Das neue Arbeiten beruhe zudem auf stärkerem Vertrauen.