Delegation aus Solingen zu Gast beim "Nationalen Befreiungstag" in Gouda

Pressemitteilung

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Oberbürgermeister Feith spricht beim Festakt auf dem historischen Marktplatz

„Es war eine Ehre für uns, Sie in Gouda willkommen heißen zu dürfen und ich werte Ihren Besuch und Ihre Begleitung als Ausdruck tiefer Freundschaft." Mit diesen Worten verabschiedete Bürgermeister Milo Schoenmakers gestern Solingens Oberbürgermeister Norbert Feith nach einem zweitägigen Besuch in der Partnerstadt. Der Oberbürgermeister und eine Delegation aus Ratsmitgliedern waren aus Anlass des „Nationalen Befreiungstages", mit dem in den Niederlanden des Endes des zweiten Weltkriegs gedacht wird, nach Gouda gereist und hatten dort auch am Vorabend an den Feierlichkeiten zum Totengedenktag teilgenommen.

Der Tag begann mit einem Fahnenmeer: Vom „Verzetsmuseum" in Gouda setzte sich Zug von Menschen in Bewegung, die mehr als 100 Fahnen trugen - die Fahnen aller Nationen, die heute in Gouda leben. Auf dem historischen Marktplatz vor der malerischen Kulisse des gotischen Rathauses folgte ein offizieller Festakt, bei dem nicht nur Bürgermeister Schoenmakers das Wort an die Bürgerinnen und Bürger von Gouda richtete, sondern auch Oberbürgermeister Feith: „Das war für mich ein sehr bewegender Moment", gestand er. Denn: 70 Jahre nach Kriegsende sprach in Gouda erstmals ein Vertreter deutscher Nationalität - eine historische Zäsur.

„Europa ist sich noch nie so nah gewesen wie heute und dabei muss es bleiben", betonte Feith in seiner Rede, die er als Zeichen der Wertschätzung in großen Teilen auf niederländisch hielt. Städtepartnerschaften hätten dazu mit den Weg bereitet: „Sie gaben der großen politischen Vision eine konkrete Gestalt." Und er erinnerte daran, dass es Gouda war, das den Solingern zuerst die Hand ausgestreckt habe. Heute seien Deutsche gleichberechtigte und geschätzte Partner in einem Europa freier Menschen: „Wie fühlen uns in Gouda nicht im Ausland, wir leben einen gemeinsamen europäischen Haus. Wir sind in Europa zu Hause.

Schon am Abend zuvor hatte die Delegation aus Solingen an der Zeremonie zum Tag des Totengedenkens teilgenommen: Als Sternmarsch startete ein Schweigemarsch von verschiedenen Orten mit einem gemeinsamen Ziel: der Gedenkstätte am Marktplatz. Unzählige Menschen marschierten mit, darunter viele Familien mit Kindern und viele Schulkinder, alle vollkommen still. Unterwegs wurden Blumengestecke abgelegt: An den Gräbern von Widerstandskämpfern, an Stolpersteinen, an einer jüdischen Gedenkstätte, zuletzt Kränze am historischen Rathaus. Bevor die Bürgerinnen und Bürger Goudas ihr Defilee begannen, legte auch Oberbürgermeister Norbert Feith gemeinsam der Delegation einen Kranz ab. „Eine eindrucksvolle und bewegende Zeremonie" - da waren sich die Gäste aus Solingen einig.

Rund um die Feierlichkeiten gab es auch Gelegenheit, miteinander ins persönliche Gespräch zu kommen, das am kommenden Wochenende fortgesetzt werden soll, wenn die Delegation aus Gouda in Solingen zu den Feierlichkeiten zum „Tag der Befreiung" erwartet wird.