Deutscher Nachhaltigkeitspreis: Solingen ist kreativ trotz knapper Kasse

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Solingen zählt zu den Siegerstädten um den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2012, der vom Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) vergeben wird. Das Motto in diesem Jahr lautet "Kommunen auf Nachhaltigkeitskurs - Kreativ trotz knapper Kassen". Verliehen wird die Auszeichnung am 6. Dezember 2012 in Düsseldorf.

Die Klingenstadt war gemeinsam mit Augsburg und der Gemeinde Wennigsen (Deister) in der Sparte Governance & Verwaltung erfolgreich.

In seiner Pressemitteilung schreibt das Difu: "Die besten Teilnehmer des Wettbewerbes um den ersten Deutschen Nachhaltigkeitspreis für Städte und Gemeinden zeigen, dass eingeschränkte Mittel nachhaltige Entwicklung nicht zwingend verhindern, sondern dass trotz enger Budgets durchaus erfolgreiche ökologische und soziale Projekte zu realisieren sind. Unter den Besten aus 119 Bewerbungen finden sich Kommunen jeder Größe und sehr unterschiedlicher finanzieller Ausstattung. Die Vorreiter nachhaltiger Entwicklung setzen vor allem auf starke Einbindung der Bürger, weitgehende Vernetzung der Maßnahmen und innovative Konzepte."

Dabei werden nach Ansicht von Dr. Günther Bachmann, Generalsekretär des Rates für Nachhaltige Entwicklung und Juryvorsitzender, Energiewende und Mobilitätsfragen immer wichtiger: „Bei allen föderalen Unterschieden, die nicht wenig zur Kreativität und zum Aufbruch beitragen, macht die Juryentscheidung zum Deutschen Nachhaltigkeitspreis für Städte und Gemeinden auch deutlich: Es ist höchste Zeit, dass die Politik dem Engagement der Bürgermeister und der Bürger zur Nachhaltigkeit mehr Aufmerksamkeit schenkt und ihre konkreten Erfahrungen für den Entwurf besserer Politikkonzepte nutzt."

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis für Städte und Gemeinden ist eine Initiative der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e. V. in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung, kommunalen Spitzenverbänden, der Deutschen UNESCO-Kommission e. V., Forschungseinrichtungen und zivilgesellschaftlichen Organisationen. Er steht 2012 unter der Schirmherrschaft von Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble. In der sechzehnköpfigen Jury wirkten u. a. Prof. Dr. Klaus Töpfer, Christina Rau, Ole von Beust, Petra Roth und Gunda Röstel mit. Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis wird bereits seit 2008 jährlich an nachhaltig agierende Unternehmen verliehen.

Die Kurzbegründung für die Nominierung der Stadt Solingen lautet:

"Die nordrhein-westfälische Stadt Solingen zählt mit rund 160.000 Einwohnern zu den Großstädten. Trotz angespannter Haushaltslage und den vielen Herausforderungen im Rahmen des Strukturwandels gelingt es der Stadt umfangreiche ineinandergreifende Maßnahmen zur nachhaltigen Entwicklung vorbildlich zu koordinieren und dauerhaft in Politik, Verwaltung und Gesellschaft zu verankern. Dabei wird die Einbindung
der Bürger stets groß geschrieben.
Die strategische Ausrichtung des Nachhaltigkeitsengagements der Stadt Solingen erfolgte mit dem 2003/2004 erarbeiteten indikatorengestützten Nachhaltigkeitsbericht, der zunächst eine Bestandsaufnahme der Leistungen lieferte. Als Folge wurden noch im selben Jahr auf Basis eines breiten Dialogprozesses Ziele einer gewünschten Entwicklung in einem Leitbild festgeschrieben. Das 2006 beschlossene und 2010 fortgeschriebene „Aktionsprogramm Nachhaltige Entwicklung" greift diese Ziele auf und überführt sie in konkrete Handlungsfelder und Leitprojekte. Besonders hervorzuheben ist auch hier die enge Kooperation sowohl mit der Wirtschaft als auch mit der Bürgerschaft. Als Träger der Leitprojekte wirken neben verschiedenen Verwaltungsbereichen viele Privatpersonen sowie Akteure aus Unternehmen und Vereinen mit, die auch für die Finanzierung der entsprechenden Projekte zuständig sind.
Zur Haushaltskonsolidierung hat Solingen ein Sparprogramm auf den Weg gebracht, das aufgrund des partizipativen Charakters beispielhaft ist. Rund 250 vorgestellte Maßnahmen werden über ein internetgestütztes Bewertungs- und Vorschlageingabeverfahren öffentlich erörtert, die Ergebnisse dienen wiederum als Basis für den Beratungsprozess der politischen Fraktionen. Transparenz wird durch einen Rechenschaftsbericht gesichert, der die Entwicklungen verdeutlicht.
Genannte Aspekte wie auch der seit 17 Jahren stattfindende Jugendstadtrat sind Beispiele dafür, dass Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement in Solingen lange Tradition haben und das städtische Handeln prägen. Nicht zuletzt überzeugt auch das regionale Standortkonzept der Stadt. Seit vielen Jahren pflegt Solingen eine enge Kooperation mit den Nachbarstädten Remscheid und Wuppertal, die eindrucksvoll
den gemeinschaftlichen Willen widerspiegelt, das Wohl der Region mit ihren Bürgern voranzubringen.
Ohne Geld aber MIT den Bürgern in eine nachhaltige Zukunft - die Jury würdigt diese beispielhaften Leistungen der Stadt Solingen durch eine Nominierung in der Kategorie „Deutscher Nachhaltigkeitspreis 2012
(Governance & Verwaltung)".


Die Nominierten des Deutschen Nachhaltigkeitspreises 2012:

Deutschlands nachhaltigste Großstädte 2012:

  • Augsburg
  • Freiburg im Breisgau
  • Leipzig


Deutschlands nachhaltigste Städte mittlerer Größe 2012:

  • Ludwigsburg
  • Neumarkt i. d. Oberpfalz
  • Pirmasens
  • Tübingen


Deutschlands nachhaltigste Kleinstädte und Gemeinden 2012:

  • Alheim
  • Barnstorf
  • Pfaffenhofen a. d. Ilm
  • Wunsiedel


Deutscher Nachhaltigkeitspreis 2012 (Governance & Verwaltung):

  • Stadt Augsburg
  • Stadt Solingen
  • Gemeinde Wennigsen (Deister)


Deutscher Nachhaltigkeitspreis 2012 (Klima & Ressourcen):

  • Gemeinde Alheim
  • Bundesstadt Bonn
  • Gemeinde Saerbeck


Deutscher Nachhaltigkeitspreis 2012 (Lebensqualität & Stadtstruktur):

  • Stadt Bottrop
  • Stadt Leipzig
  • Stadt Pfaffenhofen an der Ilm

 

Sonderpreis der Deutschen UNESCO-Kommission „Bildung für nachhaltige Entwicklung":

  • Stadt Gelsenkirchen
  • Freie und Hansestadt Hamburg
  • Stadt Neumarkt in der Oberpfalz