Deutscher Nationalpreis für Jugendfeuerwehr

Pressemitteilung

- 271/stm

Solinger Wehr-Nachwuchs freut sich

Löschen, retten, bergen, schützen: Diesen Hilfeleistungen haben sich auch die rund 80 Mitglieder der Solinger Jugendfeuerwehr verschrieben. Am Mittwoch, 5. Juni, erhalten sie gemeinsam mit den knapp 18.000 Gruppen der bundesweit tätigen Jugendfeuerwehr den Deutschen Nationalpreis. Oberbürgermeister Norbert Feith freut sich mit den jungen Solingern über den "großen Preis für kleine Helden" - sind diese doch oft "gerade dann im Einsatz, wenn Mitschüler und Freunde ihre Freizeit genießen". Dass sich die Zehn- bis 18-Jährigen dem Gemeinwohl verpflichtet fühlen statt nur zu "chillen" oder "abzuhängen", sei eine selten gewordene und deshalb nicht hoch genug einzuschätzende Tugend, lobt der Oberbürgermeister.

„Keine Organisation und auch keine Nation kann gedeihen, wenn Menschen sich nur um ihre eigenen Interessen kümmern", bestätigt Dirk Reimers, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Nationalstiftung. "Ohne ehrenamtliches Engagement geht es nicht." Die Freiwilligen Feuerwehren mit ihren Jugendfeuerwehren verkörperten denn auch die Bedeutung gesellschaftlichen Engagements auf praktische Weise weit über den Brandschutz hinaus. "Das verdient in unser aller Interesse besondere Anerkennung."

Die älteste Jugendfeuerwehr wurde 1882 in Oevenum/ Föhr gegründet. Die Stiftung würdigt das seitdem entstandene ehrenamtliche Engagement und die gesellschaftliche Integrationsleistung dieser mit über 240.000 Mitgliedern bundesweit größten Jugendorganisation ihrer Art. In der Begründung zur Preisverleihung heißt es unter anderem: „Mädchen und Jungen aller gesellschaftlicher Schichten und Hintergründe erlernen ab dem 6., 10. oder 12. Lebensjahr in wöchentlichen Treffen von älteren Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehren nicht nur Grundfertigkeiten des Brandschutzes, der Feuerwehrtechnik und der Katastrophenabwehr. Vielmehr umfasst die vielfältig und breit angelegte Jugendarbeit auch soziale Aufgaben, praktische Demokratieerziehung, Internationalität und Freizeitgestaltung. Die Jugendlichen erleben Gemeinschaft und Zusammengehörigkeitsgefühl mit Pflichten, Rechten und Erfolgen. Sie übernehmen Verantwortung und haben Spaß bei gemeinsamen Freizeitunternehmungen."
Auch Johann-Peter Schäfer, Bundesjugendleiter der Deutschen Jugendfeuerwehr, hebt den integrativen Ansatz der rund 18.000 Gruppen hervor: "Jugendfeuerwehren sind Spiegel unserer Gesellschaft. Bei uns hat jeder einen Platz, der sich mit Herz, Hand und Verstand für und mit anderen engagieren möchte." Für Feuerwehrchef Frank Michael Fischer ist der Preis denn auch "Anerkennung und Ansporn zugleich". Am Mittwoch, 5. Juni, wird er im Großen Festsaal des Hamburger Rathauses verliehen.

Die Jugendfeuerwehr der Freiwilligen Feuerwehr Solingen besteht seit dem 9. März 1974. Aus der damaligen ersten Gruppe ist heute ein fester Bestandteil der Feuerwehr Solingen geworden. Fünf Gruppen verteilen sich auf das gesamte Solinger Stadtgebiet. Ziel ist, die Zehn- bis 18-Jährigen an die feuerwehrtechnischen Abläufe heranzuführen, aber auch Verhalten wie Kameradschaftlichkeit, Pflichtbewusstsein und Disziplin zu üben. Aber auch Gruppenaktivitäten wie Schwimmen, Zeltlager und Besichtigungen kommen nicht zu kurz. Zudem gibt es einen regelmäßigen Austausch mit Jugendlichen der niederländischen Partnerstadt Gouda.

 

Info: Die von Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt 1993 gegründete überparteiliche, unabhängige und gemeinnützige Deutsche Nationalstiftung will das Zusammenwachsen Deutschlands fördern und die Idee der deutschen Nation als Teil eines vereinten Europas stärken. Seit 1997 vergibt die Stiftung den mit 50.000 Euro dotierten Preis alljährlich für ehrenamtliches Engagement und vorbildliche Integrationsleistungen.