Durch „Printing Green“ spart die Stadt Solingen 1,2 Millionen Euro

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Vom Bundeswirtschaftsministerium zur Nachahmung empfohlen.

Das Bundeswirtschaftsministerium hat ein  IT-Projekt der Stadtverwaltung Solingen als  Vorbild „innovationsfreundlicher Beschaffung“ in eine bundesweit verteilte Broschüre aufgenommen. „Der Leitfaden „Impulse für mehr Innovationen im öffentlichen Beschaffungswesen“ wendet sich an Entscheider und Beschaffer des öffentlichen Dienstes und enthält Beispiele, die zur Nachahmung anregen sollen.

Das Solinger Projekt „printing green“ wird unter der  Kategorie „Innovative Kultur und Prozesse“ dargesteltl (S.36): Ziel des 2011 gestarteten Projektes war es, den Wildwuchs an Arbeitsplatzdruckern, Faxgeräten, Kopierern und Scannern einzudämmen, der sich durch ungesteuerte Beschaffung bei der Stadtverwaltung eingebürgert hatte. Mehr als tausend Geräte und mehr als 150 verschiedene Modelle von Laserdruckern und Tintenstrahlern wurden ermittelt, die zu allem Überfluss von überproportional vielen Herstellern stammten. Eine gewachsene, aber kostspielige Gerätelandschaft.

Die Stadt entschloss sich, soweit möglich, keine Drucker mehr in Sachbearbeiterbüros aufzustellen. Nach einer Ausschreibung vergab sie den städtischen Druckservice für rund 2.000 Mitarbeitende an ein Dienstleistungsunternehmen, das seit dem 1. Februar 2012 ca. 150 zentrale Multifunktionsdrucker aufstellte. Die modernen Geräte drucken nicht nur schwarz-weiß und in Farbe; mit ihnen kann auch gescannt und gefaxt werden. Zur Erhöhung der Betriebsbereitschaft wurde zudem ein zentraler Versorgungsservice zur Versorgung der zentralen Geräte mit Papier, Toner und sonstigen Verbrauchsmaterialien aufgebaut. Größere Auflagen wie die Unterlagen für Rat und Ausschüsse werden weiterhin kostengünstig in der Hausdruckerei gedruckt; die Sachbearbeiter können die Druckaufträge digital über das Netz erteilen.

Ergebnisse: „printing green“ hat die Zahl der aufgestellten Drucker um rund 60 Prozent reduziert, die zudem nur noch von einem einzigen Hersteller stammen. Die Betriebskosten sanken um insgesamt 40 Prozent. Über den Vertragszeitraum von fünf Jahren spart die Stadt rund 1,2 Millionen Euro. Und da jetzt fast kein Arbeitsplatzdrucker mehr die Büroluft mit Feinstaub belastet, hatte das Projekt auch einen positiven Effekt für die Gesundheit der Rathausmitarbeiterinnen und –mitarbeiter.