Ehemaliges Rasspe-Gelände: Sanierungsplanung beginnt

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Vertrag unterzeichnet

Nur drei Wochen nach Eintragung der Wirtschaftsförderung Solingen als neue Eigentümerin des ehemaligen Rasspe-Geländes in das Grundbuch konnte heute der Vertrag mit dem Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung (AAV) unterzeichnet werden. "Wir haben angekündigt, dass wir mit dem Projekt zügig voran kommen wollen. Mit dem AVV haben wir einen kompetenten Partner an unserer Seite, der jetzt umgehend mit der umfangreichen Sanierungsplanung beginnen kann", betonte Oberbürgermeister Tim Kurzbach, und weiter: "Die Entwicklung des Rasspe-Geländes ist ein wesentlicher Baustein zum ökonomischen Vorankommen unserer Klingenstadt Solingen."

Zwar sei mit Kosten von rund fünf Millionen Euro für die Herrichtung zu rechnen, dagegen stünden jedoch Gewerbesteuereinnahmen von mehr als einer Million Euro für die Stadt und Einkommen aus mehr als 500 neuen Arbeitsplätzen.

Kurzbach will in "stöckensiebzehn" - so der derzeitige Projekttitel, der sich an der Hausnummer orientiert - eine Breitbandanbindung auf Gigabyteniveau. So etwas gebe es derzeit noch nirgendwo im Bergischen Land. "Die Industrie 4.0 ist aber auf Datenverarbeitung auf höchstem Niveau angewiesen", sagte der OB.

Bis zu 200.000 Euro werden jetzt eingesetzt, um notwendige Untersuchungen von Boden und Grundwasser durchzuführen, Maßnahmen zur Sanierung zu planen und ein Rückbaukonzept zu erstellen. Im Detail geht es zum Beispiel darum einzugrenzen, wo und wie der Boden belastet ist. Denn viele Jahrzehnte lang wurde das Gelände intensiv industriell genutzt, unter anderem von einer Giesserei, Schmiede, Galvanik und Schleiferei. Rasspe als Hersteller landwirtschaftlicher Maschinen unterhielt eine eigene Betriebsdeponie und füllte Teile des Geländes bis zu zwanzig Meter hoch auf.

"Wir freuen uns, in diesem Projekt, das für die Stadt Solingen und für das weitere Umfeld bedeutend ist, aktiv werden zu können", erklärt Dr. Roland Arnz, Geschäftsführer des AAV mit Sitz in Hattingen, und fügt hinzu: "Wir gehen davon aus, dass Anfang 2017 erste Untersuchungsergebnisse vorliegen werden und wir dann die weiteren Schritte für die konkreten Umsetzungen mit der Stadt Solingen gemeinsam besprechen und festlegen können". Stadtdirektor Hartmut Hoferichter erläutert: "175 Jahre wurde das Gelände industriell genutzt. Jetzt wollen wir die Brachfläche nachhaltig reaktivieren". Wichtige Voraussetzung dafür sei, dass die umfängliche Sanierung eng mit der zuständigen Bodenschutzbehörde abgestimmt werde. Auch der Artenschutz werde Berücksichtigung finden.

Im Rahmen eines Mediengespräches informierte die Wirtschaftsförderung Solingen über ihre ersten Sofortmaßnahmen. So wurde inzwischen eine Bewachungsgesellschaft beauftragt, die schon erste Graffitisprayer von ihrem Vorhaben abhalten konnte. Schon jetzt sind Gerüste installiert, denn das Dach muss instand gesetzt werden, nachdem Metalldiebe wichtige Teile abmontiert hatten.

Frank Balkenhol, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung, will dafür sorgen, dass die Bürgerinnen und Bürger regelmäßig gut informiert werden. Im Januar geht eine Internetseite über "Stöcken 17" an den Start, ab Februar wird es alle zwei Wochen eine Bürgersprechstunde in einem Büroconatainer vor Ort geben, und im Frühjahr ist ein Tag der offenen Tür für alle Interessierten geplant.

Wer jetzt schon Fragen hat, kann sich an die Wirtschaftsförderung unter der Telefonnummer 0212 2494130 wenden.