Ehemaliges Schwimmbad Sauerbreystraße wird Flüchtlingsunterkunft

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Umbau hat begonnen

Das stillgelegte Ohligser Schwimmbad wird seit Montag zu einer provisorischen Flüchtlingsunterkunft umgebaut. Ab November können hier bis zu 120 Menschen ein Dach über dem Kopf finden.

Für die Monate Oktober bis Dezember rechnet die Stadt Solingen mit einem monatlichen Zuzug von rund 400 Flüchtlingen. Ein Teil dieser Menschen, der über die „Drehkreuze" Düsseldorf und Dortmund nach Solingen kommt, wird im Rahmen von „Amtshilfe" für das Land in Notunterkünften untergebracht. Bisher dienen die ehemalige Schule Zweigstraße und die Turnhallen des Gymnasiums Schwertstraße und der Hauptschule Krahenhöhe als solche „Erstaufnahmeeinrichtungen", die bis zu sechs Monaten betrieben werden sollen. Die Menschen dort werden ihren endgültigen Aufenthaltsorten zugewiesen, sobald das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sie registriert hat. Sie bleiben also nicht unbedingt in der Klingenstadt.

Außer diesen Erstaufnahmen kommen Flüchtlinge nach Solingen, die den Aufnahmeprozess schon durchlaufen und einen Asylantrag gestellt haben. Auch für diese Menschen muss die Stadt Wohnraum bereithalten. Da bis zur Einweisung der Neuankömmlinge in eine Wohnung oder ein Übergangsheim durchaus einige Tage vergehen können, soll das Schwimmbad Ohligs als kommunale „Erstaufnahmeeinrichtung" dienen.

Da die Inanspruchnahme von Turnhallen nach dem Willen der Stadt nur das „letzte Mittel" sein soll, hat die Verwaltung seit Wochen intensiv nach Alternativen gesucht und dabei auch die außer Betrieb genommenen Schwimmbäder überprüft. Anders als das alte Hallenbad Birker Straße ließ sich das Ohligser Bad mit vertretbarem Aufwand zur Notunterkunft umbauen. Die Arbeiten haben am 5. Oktober begonnen:
Im Erdgeschoss wird das ehemalige Schwimmbecken ab der Beckenoberkante, im Bereich der Umläufe, mit einer Bodenplatte abgedeckt und die vorhandenen Damen- und Herren WC`S in einen funktionstüchtigen Zustand gebracht. Geplant sind hier eine Essensausgabe, ein Sanitätsraum und 75 Schlafplätze.

Das Geländer der Empore wird zur Absturzsicherung mit einer Holzplatte verkleidet. Auf der ehemaligen Schwimmbadempore sind 42 Schlafplätze geplant. Defekte Kalt- und Warmwasserleitungen werden repariert und der auf Notbetrieb gestellte Heizkessel wieder in Funktion gesetzt. Die Rettungswege werden ertüchtigt und eine Brandmeldeanlage eingebaut. Die Baukosten betragen rund 100.000 Euro.