Ehrenamtlich für Flüchtlingskinder

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Flüchtlingskinder sollen so früh und gut wie möglich die deutsche Sprache erlernen. Dieses Ziel der Will-Kommen-Initiative der Bezirksregierung Düsseldorf wird in Solingen unter dem Motto "Alles in Verbindung setzen" umgesetzt. 13 aktive oder bereits pensionierte Lehrerinnen und Lehrer haben sich bereit erklärt, sich ehrenamtlich in sieben Projekten für die Sprachförderung bei Flüchtlingskindern zu engagieren.

  • Theater spielen (in Kooperation mit dem Theater und Konzerthaus)
  • „Die Stadt Solingen erkunden“ (in Kooperation mit dem Kommunalen Integrationszentrum)
  • Malen, Zeichnen und Gestalten (in Kooperation mit dem Kunstmuseum)
  • „Kochen gegen Heimweh“ (in Kooperation mit dem Klingenmuseum)
  • Die hiesige Natur erforschen (in Kooperation mit der Waldschule)
  • Alles in Bewegung setzen (in Kooperation mit dem Sportbund)
  • „Sprachkurs online“ (in Kooperation mit der AWO)

Unterstützt werden sie dabei vom Kommunalen Integrationszentrum, vom Theater, Kunstmuseum, Klingenmuseum, von der Waldschule, dem Sportbund und der AWO. Schulrätin Daniela Körber: "Eine solche Bereitschaft zur Kooperation zeichnet Solingen im Rahmen des 'Willkommen'-Projektes aus."

Zum Hintergrund:

Ehrenamt im Sinne des Landes sinnvoll für die frühe Förderung der deutschen Sprache für Flüchtlingskinder einzusetzen, ist das Ziel des Solinger Konzepts. Dabei soll möglichst früh eine Integration in die Kommune erfolgen und die Stärken der Kinder und Jugendlichen gesehen und gefördert werden.

Es gab ein Leben vor der Flucht.

Kinder und Jugendliche werden durch eine Flucht aus ihren sozialen Kontexten und Bildungsbiographien gerissen. So wird es viel schwieriger, ihre persönlichen Interessen, Talente und Neigungen zu verfolgen.

Häufig traumatisiert und mit völlig anderen Vorerfahrungen treffen sie auf ein neues und fremdes kulturelles Umfeld. Die Projekte sollen helfen, Zugang zu einer neuen Kultur verschaffen, eine Perspektive aufzuzeigen und echte Sprachanreize zu geben.

Da eigene Interessen Türöffner für Kommunikation sein können, werden unterschiedliche pädagogisch wertvolle Freizeitangebote mit Sprachanlässen und Begegnungen mit der neuen Kultur zu schaffen. Zusätzlich erhalten Kinder und Jugendliche so die Möglichkeit zum Ausstieg aus einer belastenden Alltagssituation und können anders als im schulischen Kontext themenbezogen ihre Sprache finden, ausbauen und perfektionieren.

Ziel ist, über die Anbindung an das persönliche Interesse der Kinder und Jugendlichen als motivierendem Faktor mögliche Barrieren für Sprach- bzw. Wortlosigkeit zu überwinden und den Weg in die gesellschaftliche Integration erleichtern.

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