Familie Feist zu Besuch

Pressemitteilung

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Auch die jüngere Generation ist auf den Spuren ihrer Wurzeln.

25 Nachkommen der früheren Solinger Familie Feist statten der Klingenstadt vom 14. bis 16. August einen Besuch ab. Die Feists, Eigentümer des Omega-Werks, mussten vor den Juden-Verfolgungen des NS-Regimes fliehen und fanden Zuflucht in Israel, Portugal, Schweden und den USA, wo ihre Nachkommen bis heute leben. Eine kleinere Gruppe war im Jahr 2010 schon einmal auf Einladung der Stadt Solingen zu Gast, in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Jüdischer Friedhof und der heutigen Alexander-Coppel Gesamtschule. Diesmal haben sie die Reise selbst organisiert, unterstützt von Dr. Horst Sassin (Bergischer Geschichtsverein) und Michael Sandmöller, ehemaliger Leiter der AG Jüdischer Friedhof. Ziel ist es, auch der jüngeren Generation die Stadt ihrer familiären Wurzeln zu zeigen.  

An den drei Tagen absolvieren sie ein dichtes Programm: Führungen im Deutschen Klingenmuseum, im Industriemuseum, im Stadtarchiv, bei einem Stahlwarenunternehmen und im Zentrum für Verfolgte Künste sind ebenso geplant wie Besuche an den Orten der Familiengeschichte: das Omega-Werk, die frühere Synagoge, das Gymnasium Schwertstraße und der jüdische Friedhof am Estherweg, wo 15 ihrer Vorfahren begraben sind.

Mit der Familie Feist beschäftigt sich eine Schrift von Willi Kulke, "Wir waren eine angesehene Familie", die in der Schriftenreihe des Fördervereins des Industriemuseum Solingen e.V. erschienen ist. Sie ist dort erhältlich und auch im Lesesaal des Stadtarchvs einzusehen.

Am Dienstag, um 11 Uhr, nehmen sie an einer Stolperstein-Verlegung für eines ihrer Familienmitglieder teil, die bekannte Solinger Kinderärztin Erna Rüppel, die an der Augustastraße 10 ihr Praxis hatte.