Ferienspaß-Kinder besuchten Bürgermeisterin

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Friederike Sinowenka gab Einblick in Rat und Verwaltung

Davide (14) wollte als erstes ein Autogramm von der Bürgermeisterin - und Zilan (14) bat Freundin Kathrin (16), ein Foto von ihr und Friederike Sinowenka zu schießen. Mit ihren Betreuerinnen Melanie Funkenhaus und Natalie Stosch besuchten die Ferienspaß-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer am Mittwoch, 24. Juli, das Rathaus, um in zwei Stunden einen Einblick in das Alltagsgeschäft von Rat und Verwaltung zu bekommen.

Da Oberbürgermeister Norbert Feith kurzfristig eine Einladung der Familie Genç in deren Heimatdorf Mercimek angenommen hatte, übernahm seine Stellvertreterin die Ferienspaß-Aktion "Oberbürgermeister zum Anfassen". Am wuchtigen Schreibtisch von Alt-Oberbürgermeister Gerd Kaimer empfing Sinowenka die Kinder und Jugendlichen in ihrem Büro. Dort steht auch eine Büste des Solinger Ehrenbürgers Walter Scheel. "Mit dem verstehe ich mich gut - der gibt keine Widerworte", schilderte die Bürgermeister augenzwinkernd ihr gutes Verhältnis zum Alt-Bundespräsidenten. Auch das im Safe befindliche Goldene Buch der Stadt weckte das Interesse der Kinder: "Wer darf denn da alles reinschreiben?"

Im Sitzungsraum "Ness Ziona" bekamen die jungen Solinger nicht nur Informationen über die israelische und die anderen Partnerstädte, sondern natürlich auch darüber, was so eine Bürgermeisterin bzw. ein Oberbürgermeister den ganzen Tag über tun und woführ der Rat da ist. Sie erfuhren, dass "Politik überwiegend ein Abendgeschäft" ist, wie Sinowenka erklärte: "Denn fast alle Kommunalpolitiker haben ja noch einen anderen Job." Bis auf den hauptamtlichen Verwaltungschef natürlich.

Dass selbst die Stadtspitze nicht ohne die Zustimmung des Rates ihre Entscheidungen treffen kann, fanden die Kinder ebenso spannend wie die Tatsache, dass die Bürger ihre Volksvertreter wählen und damit selbst Einfluss nehmen können. "Und wenn Politiker nicht das umsetzen, was sie vor der Wahl versprochen haben, dann werden sie eben nicht wiedergewählt", schlussfolgerte der zehnjährige Noah.

Dass schon Kinder und Jugendliche die Klingenstadt mitgestalten können, wussten bereits einige der jungen Ferienspaß-Besucher. Zilan beispielsweise hat zum ersten Mal bei der Wahl zum Jugendstadtrat mitgemacht. Die 14-Jährige hofft, dass sich ihr Kandidat für bessere Busverbindungen einsetzt. Hilfreich sei es immer, sich mit anderen zusammenzutun, bestätigte die Bürgermeisterin: "Deshalb haben die meisten Parteien auch Jugendorganisationen, um die Interessen Eurer Altersgruppe umzusetzen." Und wenn man selbst mal Bürgermeister oder Oberbürgermeisterin werden möchte? Dafür seien ein guter Schulabschluss und eine Berufsausbildung unabdingbar, betonte Sinowenka.

Und natürlich Interesse an Politik und Heimatkunde. So erfuhren die Ferienspaß-Teilnehmer, dass die große Kreuzung am Schlagbaum bis 1929 tatsächlich die Stadtgrenze zwischen Wald, Gräfrath und Solingen bildete. Und dass bei der Städtevereinigung von Wald, Gräfrath, Ohligs, Solingen, Höhscheid und später noch Burg jeder Stadtteil seinen eigenen Verwaltungssitz einbrachte, bevor 2008 der neue Rathaus-Anbau fast alle Behörden integrierte. Und warum heute keine Straßenbahnen mehr, sondern die mit Ökostrom betriebenen O-Busse fahren.

Auch der "Galerie der Oberbürgermeister" statteten die Kinder und Jugendlichen noch einen Besuch ab, bevor sie mit vielen Informationen und einem kleinen Solingen-Präsent die Heimreise antraten - natürlich mit dem O-Bus.