Freiheit und Mut

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Buch über Solingens Ehrenbürger Walter Scheel vorgestellt

"Freiheit und Mut" lautet der Titel eines neuen Buches über den Solinger Ehrenbürger, den ehemaligen Außenminister und Bundespräsidenten Walter Scheel. Das Werk, herausgegeben von dem bekannten Journalisten Ulrich Wickert, dokumentiert in Text und Bild Leben und Lebenswerk Walter Scheels und erinnert an das, was die Deutschen dem Wirken Scheels verdanken.

Heute wurde das Buch im Rathaus vorgestellt. Oberbürgermeister Tim Kurzbach hatte gemeinsam mit dem Kreisvorsitzenden der Freien Demokratischen Partei Solingens, Ulrich-G. Müller, zu einem Empfang geladen.

Als Ehrengast war Dr. Dr. h.c. Burkhard Hirsch angereist, früherer Vizepräsident des Deutschen Bundestages, Staatsminister a.D., und Weggefährte Scheels.

Zwei Reden Walter Scheels wertete Hirsch als zu den besten zählend, die je vor dem Deutschen Bundestag gehalten worden seien. Das sei die Rede zu den Ostverträgen und die vor der Abstimmung über das letztlich gescheiterte Misstrauensvotum gegen Bundeskanzler Willy Brandt gewesen. Scheels Credo sei es immer gewesen, zu seinen Grundüberzeugungen zu stehen und das für richtig Erkannte auch umzusetzen.

Oberbürgermeister Tim Kurzbach sagte in seiner Ansprache: "Das Buch macht deutlich, wie viel die Deutschen Walter Scheel zu verdanken haben."

Aber auch die Rolle, die Scheel für seine Heimatstadt gespielt hat, hob der Oberbürgermeister hervor. "Wir danken Walter Scheel dafür, dass er sich als Kulturbotschafter Solingens, der Stadt der tausend Chöre, den Menschen ins Herz gesungen hat", sagte er mit Blick auf Scheel Intonisation des Liedes "Hoch auf dem gelben Wagen", das sich 1973 15 Wochen lang in den deutschen Verkaufscharts hielt und dessen Erlöse wohltätigen Zwecken zugute kamen.

Walter Scheel, so Kurzbach, sei ein alltagstaugliches Vorbild, er habe den Menschen bis heute etws zu sagen. Als Beispiel zitierte er eine Stelle aus der Ansprache des Bundespräsidenten Walter Scheel zum Tag der Deutschen Einheit am 17. Juni 1978:

"Es gibt Menschen in unserem Land, ... die von einer Wiedervereinigung erhoffen, mit ihr würde die 'gute alte Zeit' wiederkehren... Diese Menschen haben aus unserer Geschichte noch nichts gelernt. Erst wenn wir aus unserer Geschichte die Folgerung der Demokratie ziehen, dann haben wir sie richtig verstanden. Wir müssen erkennen, dass eine Gesellschaft, die von sich behauptet, keine Konflikte zu haben, immer eine unfreie Gesellschaft ist. Nur dort, wo Konflikte, Kritik und Meinungsfreiheit zu Hause sind, akzeptierter Teil des gesellschaftlichen Lebens sind, da ist Freiheit". Dies, so Kurzbach, sei allen Pegiden, Legiden und übrigen Irrationalisten gesagt, die mit ihren Tiraden gegen die gewählten Vertreterinnen und Vertreter der parlamentarischen Demokratie und die freie Presse das polische Klima in unserem Land heuzutage vergifteten.