Gelebte und gepflegte Freundschaft

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Eine Delegation aus Ness Ziona ist zu Gast in Solingen. Technisches Berufskolleg gestaltet „Freundschaftskette“.

Von seiner besten Seite zeigte sich Solingen der vierköpfigen Delegation aus der israelischen Partnerstadt Ness Ziona am heutigen Montag, dem ersten Besuchtstag. In prachtvoller herbstlicher Sonne absolvierten Bürgermeister Yossi Shvo, Ehefrau Varda sowie die Stadplanerin Ilana Barslavski und Ratsmitglied Naor Yerushalmi ein dichtes Programm, das Vergangenheit, Gegenwart und die Zukunftspläne der Klingenstadt umspannte. Begleitet wurde die Gruppe von Solinger Ratsmitgliedern und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Oberbürgermeisterbüros. Den Morgen hatte Oberbürgermeister Norbert Feith sich selbst für die Gästebetreuung freigehalten. Die Sprachbarriere überbrückte gekonnt Nurit Chaskiel als Dolmetscherin, eine gebürtige Israelin, die seit über dreißig Jahren in Solingen lebt.

In der Tradition des „Baums der Freundschaft“, den die beiden Städte vor 25 Jahren mit der Unterzeichnung der Freundschaftsurkunde symbolisch geplanzt hatten, legte Yossi Shvo am Morgen Hand an den Spaten und setzte in der Kindertagesstätte Sonnenblume in Gräfrath einen jungen Apfelbaum in den Boden. Beim anschließenden Gang durch das Technische Berufskolleg in Solingen-Mitte unter der Führung von Schulleiter Michael Becker zeigte sich der Bürgermeister sehr interessiert am dualen System der Berufsausbildung und angetan von der Ordnung in den Werkstätten.

Sichtlich bewegt nahm Yossi Shvo ein Geschenk der Fachschule entgegen. Eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern hatte nach dem Vorbild der Solinger OB-Amtskette eine Freundschaftskette gestaltet. Eine große Plakette zeigt eingraviert die Stadtwappen von Ness Ziona und Solingen unter der hebräischen Überschrift „Freundschaft“. Auf 25 kleineren Plaketten haben die Jugendlichen ihre jeweiligen Ideen von Freundschaft in Bild oder Wort umgesetzt. Das Material der Kette, Edelstahl kombiniert mit Silber und Silberdraht, sei mit Bedacht ausgewählt worden, erklärte Lehrerin Rosalinda Sasse-Olsen: „Diese Kette muss man pflegen, wenn sie glänzen soll – so wie man Freundschaften pflegen muss.“

Den Nachmittag verbrachten die Gäste aus Israel im Brückenpark Müngsten und in Schloss Burg, wo Stadtführerin Ingelore Spies die Fakten zur Geschichte der historischen Bauwerke erklärte. Annette Nothnagel, bei der Bergischen Entwicklungsagentur  zuständig für Marketing und Tourismus, berichtete von den  Projekten und Konzepten, mit denen die Agentur im Auftrag der drei Bergischen Großstädte Müngsten und Burg zu Magneten des Fremdenverkehrs machen will. Im Brückenpark sei dies mit über 300.000 Besuchern pro Jahr auch schon gelungen, berichtete die stellvertrende BEA-Geschäftsführerin.

Am Dienstag besuchen die vier Israelis Köln und verbringen den Abend in der Obhut des Freundeskreises Solingen-Ness Ziona. Am Mittwoch, 3. Oktober, stehen wieder Ziele in Solingen auf dem Programm. Am Abend findet, eingebettet in das Konzert zur Deutschen Einheit, ein Festakt zum 25jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft im Theater statt. Bürgermeister Yossi Shvo wird dabei den Ehrenring der Stadt Solingen erhalten – einstimmiger Beschluss des Solinger Stadtrates. Am Donnerstag früh endet der Besuch.