Grundschule Westersburg: Stadt reagiert auf Gutachten

Pressemitteilung

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"Wir werden auf jeden Fall tätig, auch präventiv", betont Schuldezernentin Dagmar Becker, nachdem der TÜV Rheinland sein Gutachten zu Schadstoffuntersuchungen in der Grundschule Westersburg vorlegt hat.

Die Stadt Solingen hatte die Untersuchungen beauftragt, nachdem es in der Vergangenheit immer wieder Klagen über eine Geruchsbelästigung im Anbau, der für den Offenen Ganztag genutzt wird, gegeben hatte. Zudem hatten Mitarbeiter über gesundheitliche Probleme geklagt.

Das Gutachten kommt nun zu dem Ergebnis, dass es in den Räumen keine akute Gefährdung durch Schimmelpilze gibt. Jedoch haben Raumluftmessungen im Erdgeschoss leicht erhöhte PCP-Werte ergeben. Pentachlorphenol (PCP) wurde früher in Holzschutzmitteln verarbeitet, heute wird es nicht mehr verwendet. Werden bei Messungen Werte über 0,1 μg/m³ Raumluft nachgewiesen, regelt die so genannte PCP-Richtlinie, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen.

Während dieser Wert im Obergeschoss des Gebäudes deutlich nicht erreicht wird, zeigen die Messungen im PC-Raum/ Bibliothek im Erdgeschoss eine minimale Überschreitung von 0,01 μg/m³ Raumluft. Gewonnen wurden diese Ergebnisse bei einer "Worst-Case-Messung": Der betroffene Raum war acht Stunden lang unter Verschluss und ohne Frischluft-Zufuhr. Deshalb führen die Gutachter aus, dass unter anderen Bedingungen, zum Beispiel bei regelmäßiger Lüftung, von deutlich geringeren Werten auszugehen sei.

Dennoch ist der Raum umgehend geschlossen worden. "Wir wollen jede mögliche Gefährdung ausschließen", betont Schuldezernentin Becker und fügt hinzu: "Sofort haben wir das Gespräch mit der Schulleitung, mit allen Lehrkräften und OGS-Mitarbeitern gesucht und umfassend informiert". Als Sofortmaßnahme wird nun eine Fachfirma Polstermöbel und Teppiche entsorgen und Inventar, zum Beispiel PCs, reinigen, zudem wird ein Lüftungsplan erstellt. Weitere Maßnahmen werden noch mit der Schulleitung abgestimmt. Spätestens im Sommer soll die Raumluftkonzentration auf PCP erneut überprüft werden.

Vorsorglich wird der Stadtdienst Gesundheit ein Umweltinstitut beauftragen, freiwillige Blut- und Urintests bei Mitarbeitern und Schulkindern durchzuführen. Sie können Aufschluss geben über eine mögliche Gesundheitsgefährdung.

Die Eltern wurden heute von der Schulleitung per Brief zu einem Informationsabend am Montag, 29. Februar, 19:30 Uhr, in die Schule eingeladen. Dann werden Vertreter der Schule und der Stadt ausführlich zur Situation und zu den weiteren Schritten berichten.