Hackhauser Straße gesperrt

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Voraussichtlich ab Montag, 2. Juni, wird die Hackhauser Straße in Ohligs zwischen Einmündung Bonner Straße und Elbestraße in Höhe der Hausnummern 65 bis 67 komplett gesperrt. Von der Bonner Straße ist eine Umleitung über Süd- und Forststraße zur Hackhauser Straße ausgeschildert, in der Gegenrichtung fließt der Verkehr über Elbe- und Lahnstraße. Die Vollsperrung wird voraussichtlich bis November andauern. Anlieger wurden bereits informiert, private Zufahrten werden freigehalten. Bereits im Vorfeld werden in den nächsten Tagen Stromkabel umgelegt. Dazu ist eine halbseitige Sperrung erforderlich.

Die Arbeiten stehen im Zusammenhang mit dem Bau des so genannten "Viehbachsammlers". Für das neue Entwässerungssystem sollen bis 2020 rund viereinhalb Kilometer Stahlbetonkanäle entlang der Viehbachtalstraße unter der Erde verlegt werden. Darin soll behandlungspflichtiges Mischwasser aus dem Einzugsgebiet Ohligs sowie Teilen von Höhscheid und Wald gesammelt und zur zentralen Abwasserbehandlungsanlage geführt werden.

Im ersten Bauabschnitt haben die Experten der Stadtentwässerung bei den Technischen Betrieben Solingen bereits aus einer 20 Meter tiefen Start-Baugrube zwei Stahlbetonkanäle mit einem Innendurchmesser von 2,40 Metern und einer Gesamtlänge von 966 Metern im unterirdischen Rohrvortriebsverfahren hergestellt.

Im zweiten Bauabschnitt geht es nun darum, Stahlbetonbauwerke zu errichten, die in Kombination mit den Kanälen als Regenüberlaufbauwerk (RÜB) dienen und die Zulaufmenge des Abwassers zur Kläranlage Ohligs regeln. Eines dieser Bauwerke wird jetzt unter der Hackhauser Straße gebaut, im Herbst wird er mit maschinen- und elektrotechnischer Ausrüstung ausgestattet.

 

Hintergrund

Das Entwässerungsgebiet des Viehbachtals hat eine Gesamtfläche von ca. 430 ha und umfasst einen wesentlichen Teil des Stadtbezirks Ohligs sowie Bereiche von Höhscheid und Wald. An die öffentliche Kanalisation sind ca. 25.000 Menschen angeschlossen. Die Entwässerung erfolgt im Mischsystem. Die vorhandenen Abwasserbehandlungsanlagen entsprechen nicht mehr dem Stand der Technik und stammen aus dem Zeitraum Mitte der 60er Jahre.

In Zusammenarbeit mit dem Bergisch-Rheinischen-Wasserverband (BRW) entstand die Idee zum Bau einer zentralen Abwasserbehandlungsanlage mit einem vorgeschalteten Stauraumkanal. Dieser Stauraumkanal hat eine Länge von rund 4,5 Kilometern mit einem Querschnitt von 1,60 - 2,40 Metern und verläuft parallel zur L 141n (Viehbachtalstraße). Aus dem Einzugsgebiet wird das behandlungspflichtige Mischwasser in dem Stauraumkanal gesammelt und zur zentralen Abwasserbehandlungsanlage (RÜB) am Ende des Kanals geführt. Diese Anlage wird in unmittelbarer Nähe zum vorhandenen Hochwasserrückhaltebecken (HRB) Viehbach errichtet. In dem Regenüberlaufbauwerk (RÜB) wird das ankommende Mischwasser mechanisch gereinigt und von dort in Richtung Kläranlage Ohligs abgeleitet. Das nicht behandlungspflichtige Regenwasser wird in das HRB eingeleitet. Hierdurch entfallen alle bisherigen Einleitungen aus der öffentlichen Kanalisation in den Viehbach und damit die sonst zwingend erforderliche Sanierung oder der Neubau vorhandener Bauwerke.

Für den Bau des neuen Entwässerungssystems hat die Stadt insgesamt rund 22,4 Millionen Euro veranschlagt.