"Haus Solingen" in Thiès eingeweiht

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Dichtes Programm bei Delegationsbesuch im Senegal

Angenehm warm hatten es Norbert Feith und ein Dutzend weitere Solingerinnen und Solinger in den vergangenen Tagen: Noch bis zum morgigen Mittwoch weilen der Oberbürgermeister und eine Rats-Delegation - bestehend aus Bernd Krebs (CDU-Fraktion), Ulrich Uibel (SPD-Fraktion), Frank Knoche (Bündnis 90 / Die Grünen-Offene Liste), Ulrich G. Müller (FDP-Fraktion) und Birgül Ünlü (DSW-Fraktion) - sowie Vertreter des 1985 gegründeten Fördervereins "Freundschaft mit Thiès" in der senegalesischen Partnerstadt.

Einer der Höhepunkte war am Montag (16. Dezember) die Einweihung der "Maison Solingen". Der Grundstein des "Solinger Hauses" war schon 1991 gelegt worden. Sechs Jahre später unterzeichnete der damalige Oberbürgermeister Ulrich Uibel vor Ort eine Vereinbarung zu Wissensaustausch und Kooperation im Gesundheitswesen, bei den Feuerwehren und der Abwasserentsorgung. Seit anderthalb Jahren ist das Zentrum für deutsche Sprache und Kultur bereits in Betrieb, bevor die "Maison Solingen" nun offiziell von OB Norbert Feith, Ulrich Uibel und dem stellvertretenden Bürgermeister der Stadt Thiès, Yanhoba Diattara, eingeweiht wurde.

"Stück für Stück" sei das interkulturelle Begegnungszentrum mit Spenden des Freundes- und Fördervereins erbaut worden, hob Feith hervor. Die Schulungsräume von "Haus Solingen" dienten bereits dem Austausch von Rettungsassistenten der Feuerwehren von Thiès und Solingen. Die dort befindlichen Wohnräume werden unter anderem von Deutschlehrern genutzt, die am benachbarten "Lycée El Hadji Malick Sy" unterrichten. "500 Jugendliche lernen hier Deutsch und sprechen es auch schon ganz beachtlich", lobt der Oberbürgermeister. Zehn von ihnen werden im Rahmen eines Schüler-Austauschs im September kommenden Jahres in der Klingenstadt erwartet.

Auch zwischen dem Krankenhaus von Thiès und dem Städtischen Klinikum gibt es viele Verbindungen. So will der Förderverein des Solinger Klinikums afrikanischen Medizinern, Hebammen und Pflegern mehrmonatige Fortbildungsaufenthalte in Solingen ermöglichen. Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Roten Kreuzes sollen künftig vermehrt ihre Erfahrungen austauschen.

Am Sonntagnachmittag besuchte die Reisegruppe mit Vertretern eines örtlichen Kommitees die Küstenstadt Kayar, von wo aus immer wieder verzweifelte Armutsflüchtlinge in Richtung Gran Canaria aufbrechen, um illegal Europa zu erreichen. Ein Grund mehr für den Oberbürgermeister, "den Menschen Hilfe dabei zu gewähren, in ihrer Heimat gesund und hoffnungsvoll leben zu können". Deshalb unterstützt die Klingenstadt die senegalesische Patenstadt mit einem jährlichen Zuschuss von 6000 Euro. Wie viel damit schon erreicht wurde, davon konnten sich die Solingerinnen und Solinger nun - 16 Jahre nach dem letzten Besuch einer städtischen Delegation - mit eigenen Augen überzeugen.

Gelegenheit für persönliche Gespräche und freundschaftliche Begegnungen gab es zudem bei einem Abendessen, das Vize-Bürgermeister Diattara für die deutschen Gäste ausrichtete, und einem Empfang im Solinger Haus.