Herta Müller: Ich muss mich im Schreiben dort aufhalten, wo ich innerlich am meisten verletzt bin

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Am 28. November wird die Schriftstellerin Herta Müller mit dem Ehrenpreis der Stadt Solingen, der "Schärfsten Klinge", ausgezeichnet. Mit dem Preis würdigt Solingen eine Schriftstellerin, die mit eindringlicher Sprachmacht verdeutlicht hat, welche Verletzungen Menschen erleiden, die einem diktatorischen Regime ausgesetzt sind.

Eine kleine Ausstellung, die bis Dienstag, 19. November, im Lichtraum der Stadtbibliothek und anschließend bis zur Preisverleihung im Kunstmuseum zu sehen ist, gibt Informationen zu den Hintergründen und Voraussetzungen des literarischen Schaffens. Sie zeigt, wie die eigene Erfahrung im diktatorischen Rumänien und die Verfolgung durch den staatlichen Geheimdienst Securitate das Werk geprägt hat: "Ich muss mich im Schreiben dort aufhalten, wo ich innerlich am meisten verletzt bin", schreibt Herta Müller. Als sie im Visier der Securitate steht, erkennt sie: "Gegen Angriffe kann man sich wehren, gegen Verleumdung ist man machtlos". "Nichts stimmmt, aber alles ist wahr" resümiert sie, als sie Jahre später Einblick in ihre Geheimdienst-Akte nimmt.