Holzhäuser für Flüchtlinge

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Stadt legt Entscheidung über Grundstücke an der Jaspersstraße und der Zietenstraße vor

"Unser erstes Ziel ist es, Flüchtlinge so schnell wie möglich in Wohnungen statt Schulräumen und Hallen unterzubringen und die Turnhallen wieder den Schulen und Vereinen zur Verfügung zu stellen", sagt Oberbürgermeister Tim Kurzbach. Deshalb hat sich die Stadt in einem ersten Schritt für den Aufbau von Holzhäusern in Modulbauweise entschieden, um relativ schnell für Abhilfe zu sorgen. Gleichzeitig wird auch ein Konzept für den sozialen Wohnungsbau erarbeitet, und ein weiteres für die Entwicklung von Schulen und Kindergärten. Kurzbach: "So bereiten wir uns auf die Integration von Geflüchteten vor, die sich unmittelbar an die erste menschenwürdige Unterbringung anschließen muss."

Als Standorte der ersten beiden vom Finanzausschuss genehmigten Holzhäuser einer Firma aus dem Münsterland hat die Stadt Solingen jetzt ein Grundstück an der Jaspersstraße auf einer städtischen Grünfläche an der Korkenziehertrasse im Stadtbezirk Wald und eine städtische Fläche neben dem Parkplatz der Sportanlage Zietenstraße im Stadtbezirk Mitte ausgewählt.

In jedem dieser zweigeschössigen Häuser können bis zu 100 Menschen in 21 Wohnungen untergebracht werden. Zu jeder Wohnung gehören Küche und Bad. Außerdem gibt es auf jeder Etage einen Gemeinschaftsbereich. Die Grundstücke für die 16,7 Meter breiten und 42,5 Meter langen Häuser sind mindestens 1.500 Quadratmeter groß.

Zwei weitere Standorte auf städtischen Grundstücken sind an der Schwabenstraße im Stadtbezirk Mitte und an der Landwehrstraße im Stadtbezirk Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid. Hier könnten zwei weitere Häuser errichtet werden, wenn der Finanzausschuss sein Okay gibt. Eine Option auf den Erwerb zweier weiterer Häuser läuft bis zum 22. Februar.

Diese und weitere in Frage kommende Standorte werden dem Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt, Klimaschutz und Mobiliät in seiner Sitzung am 21. Januar vorgestellt. Nach den politischen Beratungen und Entscheidungen veranstaltet die Stadt Informationsabende für Bürgerinnen und Bürger.

Im Dezember 2015 hatten städtische Fachleute intensiv nach geeigneten Standorten für die Holzhäuser gesucht und zwölf Vorschläge unterbreitet.

Kriterien für die Auswahl war sowohl der schnelle Zugang zu Ver- und Entsorgung als auch günstiges Planungsrecht und die Nähe von Infrastruktur wie Einkaufsmöglichkeiten, öffentlicher Nahverkehr, Schulen, Kitas und soziale Einrichtungen. Besonders wichtig war auch die Dauerhaftigkeit des Standortes. Bei einer Nutzungsdauer von bis zu 25 Jahren kommen nur Standorte in Frage, wo die Häuser auch von Kitas, Schulen, Jugendeinrichtungen und anderen genutzt werden können, wenn sie als Wohnraum ausgedient haben sollten.

Um die Häuser schnell errichten zu können, wurden hauptsächlich städtische Grundstücke betrachtet, aber auch solche, die Baugenossenschaften oder der Kirche gehören.

Weitere vier städtische Standorte an der Nibelungenstraße, auf dem Parkplatz Weyersberg, am Kovelenberg und an der Grimmstraße könnten als Reserve in Frage kommen, ebenso wie vier private Grundstücke.