Integrationsstaatssekretärin besucht Solingen

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Stadtdirektor Hoferichter: Stadt und Land unterstützen sich beim Thema Integration gegenseitig.

Die neue Integrationsstaatssekretärin Serap Güler war heute im Rahmen einer „Sommertour“ durch die Kommunalen Integrationszentren zu Gast in Solingen. Zwei Stunden nahm die Landespolitikerin sich Zeit, während derer Stadtdienstleiterin Anne Wehkamp und ihre Kolleginnen und Kollegen die vielfältigen Ansätze der Integrationsarbeit in Solingen vorstellten.

Besuch Staatssekretäring Serap Güler in Solingen (Fotograf Uli Preuss)
KIZ-Leiterin Anne Wehkamp, Staatsekretärin Serap Güler, Stadtdirektor Hartmut Hoferichter, Landtagsabgesordneter Josef Neumann (SPD) (v.l. Bild Uli Preus)

Das Kommunale Integrationszentrum, das an der Friedrichstraße 46 im denkmalgeschützten Gebäude der früheren Höheren Bürgerschule seinen Sitz hat, begleitet unter anderem Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund auf ihrem Weg durch das Bildungssystem von der Kita bis zu den weiterführenden Schulen, fördert Mehrsprachigkeit durch Kurse und Leseangebote, ist Ansprechpartner von ehrenamtlichen und zivilgesellschaftlichen Organisationen von Migranten und koordiniert die Antidiskriminierungsarbeit. Daneben organisiert der „Stadtdienst Integration“ den mobilen Übersetzungsdienst der Stadt mit einem ehrenamtlichen Übersetzerpool von rund 200 Männern und Frauen, die zusammen 53 Sprachen sprechen. Die Staatssekretärin zeigte sich beeindruckt.

Serap Güler: „Mir ist wichtig, die Integrationsarbeit in den Kreisen und kreisfreien Städten vor Ort persönlich kennenzulernen. Die Bedarfe sind in den Regionen sehr verschieden. Das müssen wir stärker berücksichtigen“.

Besuch Staatssekretäring Serap Güler in Solingen (Fotograf Uli Preuss) Serap Güler im Gespräch mit Agnes Heuvelmann vom Familienministerium (links), in früheren Jahren Integrationsbeauftragte der Stadt Solingen.(Bild U. Preuss)

Stadtdirektor Hartmut Hoferichter begrüßte die Staatssekretärin aus dem Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration in der Klingenstadt: „Wir freuen uns, dass Sie die Kommunen unmittelbar zu Beginn ihrer Amtszeit besuchen und sich ein Bild von der Arbeit an der Basis machen. Das Land und die Klingenstadt haben in der Vergangenheit vertrauensvoll und erfolgreich zusammen gearbeitet, nicht nur bezogen auf die Förderung der Arbeit des Kommunalen Integrationszentrums; auch dank Landesprogrammen wie  ‚NRWeltoffen‘ oder ‚NRW hält zusammen‘. Diesen Weg möchten wir gerne gemeinsam fortsetzen. Gegenseitige Unterstützung ist wertvoll und wichtig, heute mehr denn je, da das aktuelle Geschehen in Europa und in der Welt auch das Zusammenleben von Einheimischen und Zugewanderten vor neue Herausforderungen stellt.“

Dem Solinger Wunsch nach Kontinuität konnte die Staatssekretärin Güler entsprechen. Förderprogramme wie „Komm-An“ werde das Land sicher weiterführen. Überdies lobte sie die Kommunalen Integrationszentren: Sie seien „für die bessere Vernetzung der Integrationsarbeit vor Ort mittlerweile unverzichtbar.“ Die neue Landesregierung wolle deshalb den Austausch mit den Einrichtungen intensivieren und sich einen Überblick über die Schwerpunkte verschaffen, die sich die Kommunalen Integrationszentren selbst ausgesucht haben.

 Nordrhein-Westfalen ist das einzige Bundesland, in dem es Kommunale Integrationszentren gibt. Die Einrichtungen bieten Angebote für Kinder und Jugendliche mit Einwanderungsgeschichte, die die Bildungschancen verbessern sollen. Daneben koordinieren sie die Aktivitäten und

Angebote der Kommunen und freien Träger in Bezug auf Integration und das Zusammenleben in Vielfalt. Seit 2015 unterstützen die Kommunalen Integrationszentren Bürgerinnen und Bürger, die Geflüchteten vor Ort ehrenamtlich helfen.

2012 hatte der Landtag mit den Stimmen der Fraktionen von CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP das Gesetz zur Förderung der gesellschaftlichen Teilhabe und Integration in Nordrhein-Westfalen beschlossen. Damit wurde auch der Grundstein für die Einrichtung der Kommunalen Integrationszentren gelegt. Heute verfügen 53 der 54 Kreise und kreisfreien Städte in NRW über ein Kommunales Integrationszentrum. 2016 wurden insgesamt rund 39,4 Millionen Euro für die Arbeit der Einrichtungen zur Verfügung gestellt. Davon kamen 19,6 Millionen Euro aus den kommunalen Haushalten, 14,5 Millionen Euro waren Landesmittel und fast 5,3 Millionen Euro waren Stiftungs- und Drittmittel

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