Jan Welzel in Nicaragua

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Solingen und Jinotega für Partnerschaft ausgezeichnet

Ein Partnerschaftskongress für Kommunen aus ganz Nicaragua und deren Partnerstädte fand vom 14. bis 17. Juli in der nicaraguanischen Hauptstadt Managua statt. Die Klingenstadt, die seit über 30 Jahren eine Städtefreundschaft mit Jinotega pflegt, wurde dabei von Jan Welzel vertreten. Diese erste Etappe seiner Dienstreise nach Nicaragua absolvierte der Solinger Beigeordnete gemeinsam mit Hans Wietert-Wehkamp vom Förderverein "Städtefreundschaft mit Jinotega". Die beiden Solinger gehörten zu den 55 Vertreterinnen und Vertreter von nicaraguanischen Partnerstädten aus ganz Europa und den USA, die mit nicaraguanischen Regierungsvertretern in Managua über die Themen Ökonomomie, Tourismus, Umwelt, Entwicklung und Schaffung kleinökonomischer Strukturen diskutierten. Jan Welzel ist es wie seinen Kollegen aus den anderen Ländern "besonders wichtig, zivilgesellschaftliche Strukturen im Land zu stärken und sich entsprechend zu vernetzen". Neben den Initiativen in den einzelnen Ländern sind auch viele Helferinnen und Helfer im Land selbst aktiv und wohnen teilweise schon seit mehreren Jahrzehnten in Nicaragua. "Entsprechend vielschichtig sind die Perspektiven", betont Welzel. Besonders am Rande des Kongresses bestand die Möglichkeit, einander kennenzulernen und sich über aktuelle Projekte auszutauschen.

Zum Abschluss des Kongresses wurden die Vertreter einzelner Partnerstädte für ihr besonderes Engagement geehrt. Stellvertretend für die Solinger Initiative wurden Hans Wietert-Wehkamp, Rita Muckenhirn als Projektbetreuerin des Fördervereins vor Ort, Jan Welzel für die Stadt Solingen und der Bürgermeister von Jinotega, Leonidas Ceneno, ausgezeichnet. Welzel freute sich über die Auszeichnung, die globales kommunales Engagement hervorhebe. Er betonte aber auch, dass eine Stadt für derartiges Engagement nur den Rahmen schaffen könne: "Wichtiger ist der unmittelbare Austausch und die direkte Begegnung von Mensch zu Mensch."

In diesem Sinne hat die Delegation aus der Klingenstadt am Samstagabend ihre Fahrt nach Jinotega fortgesetzt und beim Bildungsverein "La Cuculmeca" elf junge Solingerinnen und Solinger getroffen, die an diesem Wochenende einen dreiwöchigen Arbeitseinsatz abgeschlossen haben. Acht der Jugendlichen besuchen die Alexander-Coppel-Gesamtschule, die seit 2002 eine Partnerschaft mit dem "Instituto La Cuculmeca", einer Schule für arbeitende Jugendliche im ländlichen Bereich von Jinotega, unterhält. Zwei der Teilnehmenden sind vom Mildred-Scheel-Berufskolleg und eine Schülerin von der August-Dicke-Schule. Begleitet wurden die Jugendlichen von Sibylle Arians vom Förderverein "Städtefreundschaft mit Jinotega" und Manfred Roll-Meures, Lehrer an der Alexander-Coppel-Gesamtschule. Im Zeichen des Klimaschutzes wurde in Nicaragua ganz praktische Arbeit zum Schutz der Wälder geleistet: Die Jugendlichen haben 50 Bäume auf einem entwaldeten Hügel gepflanzt und Öfen gebaut, mit denen pro Jahr und Familie sechs Bäume gerettet werden können.

Auch die Solinger Delegation wird sich in diesen Tagen noch für den Klimaschutz einsetzen: Gemeinsam mit Hans Wietert-Wehkamp und Rita Muckenhirn sowie dem Bildungsverein La Cuculmeca wird Jan Welzel bei seinem Besuch in Jinotega Gespräche zum gemeinsamen Wasser-Projekt im Rahmen der nachhaltigen kommunalen Partnerschaft führen. Schon jetzt ist vereinbart, dass drei junge Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Solingen (Liegenschaften, Jobcenter, Feuerwehr) Mitte September zu einem Workshop nach Jinotega reisen werden. Dieser steht unter dem Motto: "Junge Expertise für nachhaltige kommunale Entwicklung".