Jobcenter mit verbessertem Service

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Einen verbesserten Service will künftig das Solinger Jobcenter bieten. Eine Organisationsuntersuchung der Leistungsabteilung hatte Optimierungsbedarf etwa bei der telefonischen Erreichbarkeit und der Terminvergabe ergeben. Robert Krumbein als zuständiger Beigeordneter, Dirk Wagner als Leiter des städtischen Jobcenters und Sieghard Müller als stellvertretender Abteilungsleiter stellten die geplanten Änderungen heute bei einem Mediengespräch vor.

In die Untersuchung waren auch Ergebnisse einer Kundenbefragung eingeflossen, die laut Dirk Wagner sehr gute Bewertungen für Kompetenz und Freundlichkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ergeben hat.

Ab Sommer 2013 wird die wöchtentliche Öffnungszeit von 28 auf 32 Stunden erhöht, auch montags und dienstags ist die Leistungsabteilung nachmittags bis 16 Uhr geöffnet. Der "lange Donnerstag" steht künftig nicht nur Berufstätigen zur Verfügung. In einem eigenen Kundenservicecenter sollen fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dauernd telefonisch erreichbar sein und dabei so viele Fragen wie möglich direkt beantworten, um die Zahl der notwendigen Besuche deutlich zu verringern. 4.000 bis 4.500 solcher Besuche im Monat waren zuletzt in Spitzen auf bis zu 8.000 angestiegen. Das hatte zu verlängerten Wartezeiten geführt.

Da "eine Qualitätsverbesserung zum Nulltarif nicht machbar" sei, so Robert Krumbein, erhält die Leistungsabteilung befristet bis Ende 2015 sechs zusätzliche Stellen. Außerdem, so Dirk Wagner, denkt man über die Anschaffung eines technikgestützten Kundenterminals nach, wo jeder selbst notwendige Dokumente einscannen und seiner "Akte" beifügen kann.

Die Hoffnung auf eine Fortsetzung der im Jahr 2011 abnehmenden Arbeitslosenzahlen hatte sich 2012 und auch in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres nicht erfüllt. 7.550 sogenannte Bedarfsgemeinschaften werden derzeit im Jobcenter mit seinen 186 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (auf 168 Vollzeitstellen) betreut. Gerechnet hatte man mit einer Zahl von 6.700. Dies, so Krumbein, führe zu einem Mehrbedarf von 1,3 Millionen Euro gegenüber den im städtischen Haushalt für 2013 eingestellten Mitteln.

Ein Umzug des Jobcenters an einen anderen Standort sei derzeit aus finanziellen Gründen Zukunftsmusik, sagte Robert Krumbein. Man wolle stattdessen den Mietvertrag für die Räume an der Kamper Straße bis Ende 2017 verlängern. Auch eine mögliche Dezentralisierung der Leistungsabteilung in die einzelnen Stadtteile sei derzeit zurückgestellt.

Seit dem 23. April ist das aus Bundesmittel finanzierte fünfköpfige Team "50+", das sich speziell um ältere Arbeitsuchende kümmert, allerdings in Räumlichkeiten an der Zweibrücker Straße umgezogen.