Jörn-Roland Rohde verstorben

Pressemitteilung

- 202/bw

Er war Beigeordneter der Stadt Solingen

Wie gestern bekannt wurde, ist der frühere Solinger Baudezernent Jörn-Roland Rohde am 8. April im Alter von 78 Jahren verstorben. Der Diplom-Bauingenieur war von Anfang 1985 bis Ende 2000 zuständiger Beigeordneter für Bauen und Umwelt. Vor seiner Wahl in Solingen leitete er als städtischer Baudirektor das Planungsamt seiner Heimatstadt Essen. In seine beiden Solinger Amtszeiten fielen die Herrichtung des Gräfrather Klosterhofs zum Klingenmuseum und der Aufbau der städtischen Vermögensbetriebe, außerdem wurden die Grundlagen für die später sehr erfolgreichen Regionale-2006-Projekte gelegt. Dazu zählen unter anderem der Erhalt der Korkenziehertrasse, die während der Regionale zum seitdem intensiv genutzen Fuß- und Radweg gestaltet wurde, sowie der Ersatz des ehemaligen Hauptbahnhofs durch die beiden Bahnhaltepunkte am Werwolf und am Grünewald.

Rohde war der erste Solinger Baudezernent, dessen Ressort auch den Bereich Umwelt umfasste. Diese Kombination markierte einen Umbruch. Das relativ neu in den Fokus genommene Thema Umweltschutz wurde damals in kommunalpolitischen wie auch stadtgesellschaftlichen Debatten intensiv und kontrovers diskutiert. Grünflächen versus Bebauung, Naturerhalt versus Straßenbau. Themen waren die Einfühung des Dualen Systems mit der Sammlung von Wertstoffen (gelbe und blaue Tonne), der Bau einer Deponie auf dem Gräfrather Piepersberg, die Westumgehung und ein möglicher Weiterbau der Viehbachtalstraße.

Jörn-Roland Rohde verstand sich als Neuerer und Vordenker. Wegbegleiterinnen und -begleiter erinnern sich an seine scharfsinnigen Redebeiträge, die oft auch mit versteckter Ironie gespickt waren.

Großes Ansehen genoss Rohde beim Deutschen Städtetag. Unter Bundes-Bauministerin Irmgard Adam-Schwaetzer wurde er auf dessen Empfehlung in einen 28köpfigen Beirat für Raumordnung berufen, der sich unter anderem mit dem Regierungsumzug von Bonn nach Berlin befasste.