Jugendherbergswerk schlägt Einladung aus.

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Oberbürgermeister Tim Kurzbach: Das JHW hat eine Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit!

„Es ist befremdlich und fragwürdig, wie das JHW Rheinland in der Frage der Zukunft des Jugendherbergsstandorts Burg mit Solingen umgeht." Mit diesen Worten gibt Oberbürgermeister Tim Kurzbach seiner Verärgerung darüber Ausdruck, dass JHW-Geschäftsführer Friedhelm Kamps die Stadt jetzt auch über eine Presseerklärung zur Schließung der alten Jugendherberge vor vollendete Tatsachen stellte, eine persönliche Einladung der Stadtspitze von Anfang Juni, über Perspektiven für Burg reden zu wollen, aber ausgeschlagen hat.

Die Stadt versteht vor allem nicht, dass die Jugendherberge Burg bereits zum Jahresende geschlossen werden soll. Mindestens bis zur Klärung der Standortfrage sollte sie geöffnet bleiben. Aus Sicht der Stadt sind nämlich längst nicht alle Möglichkeiten ausgelotet, den Standort Burg als Jugendherbergsstandort zu erhalten, unabhängig vom Weiterbetrieb des über siebzig Jahre alten Gebäudes im Stadtteil Oberburg.

Planungsdezernent Hartmut Hoferichter: „Solingen ist davon überzeugt, dass vor dem Hintergrund der umfangreichen Sanierung und Modernisierung von Schloss Burg der Standort großes Potenzial besitzt. Hier entsteht ein Highlight der Region! Wir haben die Zukunft der Jugendherberge auch in unser Stadtteilentwicklungskonzept einbezogen und angeboten, über ein Investorenmodell für einen Neubau zu sprechen. Obwohl nicht Betreiber des neuen Hauses hat die Stadt konkrete Flächen angeboten und auf Finanzierungsmöglichkeiten hingewiesen. Noch Mitte Mai hat das Jugendherbergswerk uns einen Gesprächstermin angekündigt, sobald es seine Bedarfsanalyse für den bergischen Raum abgeschlossen habe. Ist das jetzt Makulatur?"

Oberbürgermeister Kurzbach: „Das Deutsche Jugendherbergswerk ist nicht irgendeine Hotelkette, sondern ein Verein, der Millionen Euro an Zuschüssen von Bund und Ländern erhält. Damit ist auch eine Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit und auch gegenüber den Kommunen verbunden, in denen Jugendherbergen seit Jahrzehnten Teil der touristischen Infrastruktur sind. Mit Gesprächsverweigerung wird man dieser Verantwortung meiner Auffassung nach nicht gerecht."

Hintergrund: Am 30. Mai hatte der Vorstand der DJH einen älteren Beschluss bestätigt, die 118-Betten-Herberge in Burg zum Jahresende 2017 zu schließen. Dies war der Solinger Verwaltungsführung bereits rund zwei Wochen vorher angekündigt worden. Planungsdezernent Hoferichter hatte daraufhin die Geschäftsführung nach Solingen eingeladen, um über einen Neubau an anderer Stelle zu reden und über Möglichkeiten das DJH bei der der Suche nach Investoren zu unterstützen. Auf dieses Gesprächsangebot kam jedoch nur eine kühle, ausweichende Antwort aus Düsseldorf: Man sehe sich „außerstande, der Stadt Solingen, irgendwelche Zusagen oder Hoffnungen zum kurzfristigen Bau einen neuen Hauses machen zu können." Vielmehr werde man zu „zu gegebener Zeit gründlich und in Ruhe abwägen, unter welchen Bedingungen wir eine „Bergische Jugendherberge" schaffen wollen."

Oberbürgermeister und Stadtdirektor Hoferichter hoffen deshalb auch noch auf ein Einlenken der JHW-Geschäftsführung: „Wir halten unsere Einladung und unser Gesprächsangebot aufrecht!"