Junger Mann an Tuberkulose erkrankt

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Der Stadtdienst Gesundheit informiert und untersucht Kontaktpersonen

In Solingen ist ein Fall von ansteckender Lungentuberkulose aufgetreten. Erkrankt ist ein junger Mann, der in einer Wohngruppe einer Jugendhilfeeinrichtung lebt. Er wird seit Ende November stationär behandelt. Wegen der Ansteckungsgefahr werden Kontaktpersonen informiert und untersucht.

Betroffen sind insbesondere die Kindertagesstätte Fuhr, wo der junge Mann ein Praktikum absolviert hat, die Jugendhilfeeinrichtung, wo er lebt, und das Friedrich-List-Berufskolleg, wo er zur Schule geht.

Was geschieht jetzt?

Kontaktpersonen werden untersucht. Dies geschieht bei älteren Kindern und Erwachsenen mit einem Bluttest und bei Bedarf mit einer Röntgenaufnahme der Lunge. Bei kleineren Kindern erfolgt der Test über die Haut.

Es darf nicht zu früh getestet werden. Erst 8 Wochen nach dem letzten Kontakt mit dem Erkrankten ist das Ergebnis aussagefähig.Selbst ein positives Ergebnis heißt nicht, dass die Erkrankung bereits ausgebrochen ist. Angesteckte Personen sind im Allgemeinen noch nicht selbst ansteckend.

In der Kita, der Schule, der Jugendhilfeeinrichtung und dem persönlichen Umfeld werden alle Maßnahmen ergriffen, die notwendig sind. Der Stadtdienst Gesundheit informiert und führt die Untersuchungen durch.

Kontaktpersonen müssen sich untersuchen lassen

Das Infektionsschutzgesetz (§§ 16 und 25) schreibt vor, dass Kontaktpersonen sich untersuchen lassen müssen. Das Gesundheitsamt erhält auf Wunsch alle erforderlichen Unterlagen, auch persönliche Daten müssen zur Verfügung gestellt werden.

Wer ist Kontaktperson?

Wer in sechs Monaten vor Auftreten der Krankheit (In der Regel Beginn des Krankenhausaufenthalts) acht Stunden oder mehr (nicht unbedingt an „einem Stück", sondern auch über mehrere Gelegenheiten verteilt) mit einem Erkrankten in einem geschlossenen Raum verbracht hat.

Tuberkulose

Die Krankheit wird von Bakterien ausgelöst, die beim Husten ausgestoßen und eingeatmet werden. Über Speisen und Getränke werden sie nicht übertragen. Zunächst entsteht ein kleiner Herd in der Lunge, den Abwehrzellen einkapseln. Im Röntgenbild ist dieser Herd nicht zu erkennen. Die Betroffenen wissen selbst nichts von ihrer Ansteckung.

Ansteckungsgefahr

Bei nur 5 bis 10 Prozent der Infizierten bricht die Tuberkulose überhaupt aus. Insbesondere geschieht das bei Menschen mit geschwächter Immunabwehr, etwa durch Stress und in höherem Alter. Dabei vermehren sich die Bakterien und die Krankheit wird im Röntgenbild sichtbar. Die Symptome dieser geschlossenen, nicht ansteckenden Form der Tuberkulose sind die einer Lungenentzündung. Erst wenn die Krankheit in einem späten Stadium auf das Bronchialsystem übergreift, spricht man von einer offenen Tuberkulose, die dann ansteckend ist. Die Erkrankten fühlen sich müde, antriebsarm, sie husten und klagen über nächtliches Schwitzen. Weil diese Symptome auch auf vieles andere zutreffen, ist die offene TBC schwer zu diagnostizieren.

Kontaktnummer bei Fragen: Stadtdienst Gesundheit, 290-2512 (Beate Wagner).