Kindergruppe gewinnt Plakatwettbewerb

Pressemitteilung

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Die Kinder- und Jugendgruppe der evangelischen Kirchengemeinde Solingen Dorp hat den ersten Preis beim Plakatwettbewerb im Rahmenprogramm zur Verleihung der Schärfsten Klinge 2014 an Herta Müller gewonnen.

An Stelle des vorgesehenen iPads wünschten sie sich Bargeld, um mit allen 30 Beteiligten der Gemeinschaftsarbeit eine Puppentheatervorstellung zu besuchen. Außerdem, so sagte Jugendleiter Waldemar Schmalz gestern Abend im Theater und Konzerthaus, wolle man die Kinder der in die Jugendherberge Gräfrath einziehenden Flüchtlingsfamilien zu einem Spiele- und Malnachmittag einladen. Die Dorper Gruppe hatte sich mit allen drei zur Auswahl vorgelegten Zitaten Herta Müllers beschäftigt und insgesamt neun vollfarbige Leinwände eingereicht.

Der zweite Preis ging an vier junge Frauen: Carolin Eschengerd (19), Natalie Will (20), Ida Colangelo (19) und Jil Anders (19), die am Humboldtgymnasium ihr Abitur gemacht haben. Ihr prämiertes Bild illustriert das Zitat "Ich muss mich im Schreiben dort aufhalten, wo ich innerlich am meisten verletzt bin" mit einem von einem Dolch durchstochenen Buch, dessen Text Narben in Form von Fehlern zurückbehält. Den dritten Preis hatte die Jury Sascha Ruth vom Berufskolleg am Kothen in Wuppertal zuerkannt. Seine Kohlezeichnung zeigt ein düsteres Szenario von Bedrohung und Wegschauen anlehnend an das Müller-Zitat: "Gegen Angriffe kann man sich wehren, gegen Verleumdung ist man machtlos." Die Preisträgerinnen des zweiten Preises und Sascha Ruth erhielten Gutscheine für eine Veranstaltung der LitCologne. Alle drei Preisträger(gruppen) erhalten auch einige Karten zur Preisverleihung an Herta Müller am 28. November.

Seit heute sind die drei prämierten Arbeiten auf Großplakaten an 50 Anschlagstellen im gesamten Stadtgebiet zu sehen.

Einen Sonderpreis in Form eines Praktikums in seiner Agentur hatte Prof. Coordt von Mannstein als Mitglied der Jury spontan ausgelobt: für ein Kreidelabyrinth, das Alina Tauriainen (16) und Jan Lauterjung (18) auf einen Weg im Coppelpark gezeichnet hatten.

Oberbürgermeister Norbert Feith lobte bei der Preisverleihung nicht nur Vielfalt und Ideenreichtum der eingereichten Arbeiten, er betonte auch den Wert der Auseinandersetzung mit den vorgeschlagenen Themen.

Eine Veranstaltungsreihe rund um die Verleihung der "Schärfsten Klinge" 2014 steht unter dem Motto "Der Menschenwürde Stimme geben", mit dem das Anliegen der Literaturnobelpreisträgerin beschrieben wird. Am Mittwoch, 5. November, spricht Ernest Wichner, Leiter des Literaturhauses Berlin über Weggefährten Herta Müllers, zu denen auch er selbst zählt: in der Stadtbibliothek um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.