Kleingärtner leiten illegal Abwasser in den Boden

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Aufgefallen ist es an der Gabelsberger Straße: Weil sich dort plötzlich tiefe Löcher aufgetan hatten, machte sich die Stadt Solingen auf die Suche nach den Ursachen und stellte dabei fest, dass unter anderem aus Kleingartenparzellen Abwässer in den Untergrund geleitet wurden. Dies führte zu Ausspülungen und verschmutzte das Grundwasser.

Deshalb ist es auch eindeutig verboten. Jeder der derzeit 1.911 SolingerDauerkleingartenbesitzer hat mit seinem Pachtvertrag auch die Gartenordnung des Stadtverbandes der Kleingärtner unterschrieben. Diese basiert auf dem Bundeskleingartengesetz und macht in Absatz 2.2 unter Berufung auf das Landeswassergesetz NRW klar und deutlich: "Das Einleiten von Abwasser jeglicher Art in den Untergrund ist verboten." Dazu gehören auch Spül- und Waschwässer.

Ausdrücklich verboten ist außerdem "die Errichtung von Wasserspültoiletten mit Anschluss an eine wasserdichte Auffanggrube". Auch das Anschließen an das Kanalnetz ist nicht zulässig. Daran, so berichtet der Stadtdienst Natur und Umwelt, haben sich etliche der Kleingärtner nicht gehalten. Nach den Vorfällen an der Gabelsberger Straße hatte die Stadt aus Gründen der Gleichbehandlung in Abstimmung mit dem Stadtverband der Kleingärtner allen Schrebergarten-Pächtern eine Frist zum Abbau etwaiger WC- und sonstiger Einleitungsstellen gesetzt und eine Selbstauskunft mit Rückbauverpflichtung gefordert.

Offensichtlich nahmen es nicht alle Schrebergärtner dabei mit der Wahrheit so genau. Denn bei anschließenden Überprüfungen fanden Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde WC-Anlagen, die die Pächter geleugnet oder angeblich längst zurückgebaut hatten. Ihnen droht jetzt ein Bußgeld von mindestens 250 Euro. Bei groben Verstößen werden Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft erstattet.

Die Untere Wasserbehörde wird weitere unangemeldete Kontrollen in den Solinger Kleingartenanlagen nach den Sommerferien durchführen.