Kommunales „Familientreffen“ im Rittersaal

Pressemitteilung

- 114/pe

Vorstand des Landschaftsverbands traf Vorstände der bergischen Großstädte auf Schloss Burg

(pa) Zu einer nichtalltäglichen Vorstandssitzung trafen sich am Dienstag Nachmittag die Spitzenbeamtinnen und –beamten des Landschaftsverbandes Rheinland und der bergischen Großstädte Remscheid, Solingen und Wuppertal im historischen Rittersaal von Schloss Burg. Zum Gedankenaustausch eingeladen hatte die Remscheider Oberbürgermeisterin Beate Wilding; gekommen waren aus Köln Landesdirektorin Ulrike Lubek an der Spitze des achtköpfigen LVR-Vorstandes  sowie die Oberbürgermeister Peter Jung (Wuppertal) und Norbert Feith (Solingen) mit den jeweiligen Beigeordneten-Kollegien. Rund dreißig Personen fanden Platz an der langen Tafel mit Blick auf  die hundert Jahre alten Historiengemälde der Düsseldorfer Malerschule. Auf der Tagesordnung: Informationsaustausch zur Haushaltslage im LVR und in den Städten, die kommende „Inklusion“ von behinderten  jungen Menschen in Schulen und Bildungswesen, die Zukunft des Baudenkmals Schloss Burg, das Zentrum für verfolgte Künste, die Müngstener Brücke und die Ausbildungs- und Personalsituation.

Der Austausch fand in freundlicher Atmosphäre statt, auch wenn kritische Punkte diskutiert wurden - wie etwa die Landschaftsumlage, die die Städte an den LVR überweisen müssen.  Die Höhe der Umlage führt immer wieder zu ernsten Debatten innerhalb der „kommunalen Familie“. Doch Landesdirektorin Ulrike Lubek äußerte Verständnis für die Haushaltsnöte der Städte und wusste die Leistungen des LVR für die Städte überzeugend darzustellen: Der größte Ausgabenposten des Kommunalverbands bestehe in den finanziellen Hilfen für behinderte Menschen im Rheinland. Jedes Jahr wachse deren Zahl um rund 3.000 Menschen, Begleiterscheinung einer alternden Gesellschaft. Diese Leistungen kommen den Kommunen zugute, da sie nicht selbst für diesen Personenkreis einspringen müssen. Beim LVR zu sparen könne deshalb am Ende teuer werden.

Dass die Debatte im Rittersaal so friedlich verlief, hatte vielleicht auch damit zu tun, dass der Solinger OB Norbert Feith zu Beginn der Sitzung die Teilnehmerinnen und Teilnehmer darum gebeten  hatte, den Blick auf das Gemälde von der Kinderverlobung von 1496 zu richten, die die Einheit des Bergischen Landes besiegelt hatte. Und den Blick abzuwenden vom Bild der Schlacht von Worringen, bei der ein Kölner Erzbischof 1288 dem Bergischen Aufgebot unterlegen war.