Nazareth, See Genezareth und Kapernaum

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Am dritten Tag ihrer Reise nach Israel unternahm die Solinger Delegation unter Leitung von Oberbürgermeister Norbert Feith einen Ausflug in den Norden des Landes, nach Galiläa. Pressesprecher Lutz Peters berichtet dazu folgendes:

Die Fahrt führte vom zentral gelegenen Ness Ziona über die Autobahn Nr. 6 nach Norden. Die Gegend um Ness Ziona ist urban wie das Ruhrgebiet. Autobahnen kreuzen sich, Wohngegenden wechseln mit Gewerbegebieten ab und man sieht kaum, wo Ness-Ziona aufhört und die Nachbarstadt Rehovoth beginnt. Ness Ziona liegt in einer Ebene, die durch Hügel gegliedert wird.

Eben bleibt die Landschaft auch auf der Fahrt nach Norden. Jeder fünfte Bewohner Israels ist Araber, die meisten muslimischen, einige aber auch christlichen Glaubens. Die erste Etappe der Fahrt ist Nazareth. Hier leben zahlreiche Palästinenser. Ihre Siedlungen sind an den Minaretten deutlich zu erkennen, außerdem fehlen Hochhäuser, die ansonsten in israelischen Wohngebieten die Schnellstraßen säumen.

Hin und wieder schiebt sich eine stark mit Türmen und Stacheldraht gesicherte Mauer zwischen eine palästinensische Siedlung und die Autobahn. In diesen Ortschaften, erzählt unser Guide, lebten Muslime, die den Juden feindlich gesinnt seien. Terroristen  hätten von hier aus schlimme Anschläge verübt. In ungesicherten, gleichwohl minarettgeschmückten Ortschaften auf der anderen Seite des Fahrwegs lebten ebenfalls Muslime, die dem Staat Israel loyal gegenüber ständen.

Nach anderthalb Stunden Fahrt erreichen wir das Karmelgebirge und danach die Jesreelebene, eine seit biblischen Zeiten bestehende Nord-Süd-Verbindung Wir sind nun in Galiläa und die Landschaft ist eine andere geworden: gebirgig, und im israelischen Winter ausgesprochen grün. Bei Tagestemperaturen um 15 Grad blühen die Blumen. Die ersten Mandelplantagen stehen in weißer Blüte.

In Nazareth besuchen wir die gewaltige Verkündigungskirche, ein Sakralbau aus dem Jahr 1969, der sich über “Wohnung Marias”, dem Ort der ersten Verkündigung, erhebt. Die Kirche ist über dem historischen Kern des antiken Nazareth erbaut worden, was zahlreiche archäologische Funde belegen, darunter in den Fels gehauene Grotten, die bis ins siebte vorchristliche Jahrhundert datieren. In die moderne Kirche einbezogen wurden die Fundamente einer Kirche aus dem 4. Jahrhundert, die Kaiser Konstantins fromme Mutter Helena bei der Wohnung Mariens hatte errichten lassen.

Weiterfahrt nach Kapernaum am See Genezareth. Obwohl wir das Gefühl haben, weiter bergauf zu fahren, passiert der Minibus bald ein Schild mit der Aufschrift “Sea Level” (Meereshöhe). Danach geht’s bergab. Der See Genezareth liegt gut 200 Meter unter dem Meeresspiegel.

Im antiken Kapernaum hat Petrus als Fischer gelebt. Jesus hat sich dort einige Jahre aufgehalten und in der dortigen Synagoge gesprochen. Wir besichtigen, was aus biblischer Zeit noch zu sehen ist - Fundamente bescheidener Steingebäude und gepflasterte Wege. Daneben die imposanten Überreste einer reich mit marmorner Bauzier versehenen Synagoge aus dem 4. Jahrhundert.