Neue Gewerbeflächen für Solingen

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Start mit Fürkeltrath II und Schrodtberg

Die Kapazität der Solinger Gewerbegebiete ist begrenzt. Nach Einschätzung von Wirtschaftsförderer Frank Balkenhol ist spätestens im Jahr 2020 das vermarktbare Angebot erschöpft, wenn nicht heute schon damit begonnen wird, weitere Flächen zu erschließen. Schon heute für morgen zu planen ist deshalb das Gebot der Stunde. In der Sprache der Planer heißt das „Flächenvorsorgepolitik".

„Die vorausschauende Flächenplanung wird von einer umfassenden Bürgerinformations- und Beteiligungsoffensive begleitet", betont Oberbürgermeister Norbert Feith. Laufende Planungen seien ein kompliziertes Geschäft, das zu Ängsten und Befürchtungen führen könne. „Umfassende Information und Beteiligung ist deshalb das Gebot der Stunde", so Feith.

Die vorsorgliche Planung ist in das gemeinsame, regionale Gewerbeflächenkonzept der Städte Remscheid, Solingen und Wuppertal eingegangen, mit dem die Städte im Februar 2012 ihren künftigen Flächenbedarf im Vorfeld der Neuaufstellung des Regionalplans bei der Bezirksregierung angemeldet haben. Die Stellungnahme der Bezirksregierung wird laut Stadtdirektor Hartmut Hoferichter im Herbst erwartet. Im Anschluss wird die Verwaltung die Bevölkerung über die Ergebnisse für die Stadt Solingen in Bürgerversammlungen informieren, Planungen erläutern und Bürgerfragen beantworten.

Laut regionalem Gewerbeflächenkonzept verfügt Solingen noch über ein Potenzial gewerblicher Fläche mit regionaler Bedeutung von ca. 62,6 Hektar an elf Standorten. Dazu gehören sowohl die Bestände Piepersberg-Ost und Piepersberg-West, Fürkeltrath 1 und 2, Buschfeld / Garzenhaus, Keusenhof und Stöcken / Schrodtberg bzw. Rasspe als auch kleinere Standorte von städtebaulicher Bedeutung wie der Südpark sowie die Hansastraße und die Sauerbreystraße in Ohligs-Ost.

Die Solinger Stadtplaner um Stadtdirektor Hoferichter und die Wirtschaftsförderung gehen davon aus, dass mittelfristig ein Angebotsdefizit entsteht, wenn nicht durch Aufbereitung von Brachen und Neuausweisung von Flächen neue Angebote bereit gestellt werden.

Unabhängig von der langfristigen Strategie zur Sicherung zusätzlicher und neuer Flächen sind bereits jetzt zwei Vorlagen auf dem Weg in die Bezirksvertretungen Gräfrath und Mitte sowie in den Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt, Klimaschutz und Mobilität, bei denen es um Gewerbeflächen geht. Bereits versandt wurde die Beschlussvorlage zur „Bauleitplanung Fürkeltrath II" (BV Gräfrath 18. Juni); am 20. Juni steht die Vorlage zur „Bauleitplanung Schrodtberg" auf der Tagesordnung der BV Mitte.

Beiden Gewerbeflächen ist gemeinsam, dass sie bereits seit vielen Jahren baurechtlich im gültigen Flächennutzungsplan, dem Bauprogramm der Stadt, für die Nutzung als Gewerbegebiete vorgesehen sind. Es geht um Brutto-Flächen in der Größenordnung von rund 3,1 Hektar in Fürkeltrath II und 4,6 Hektar am Schrodtberg. Die bebaubare Nettofläche beider Gebiete beträgt zusammen rund 5,7 Hektar.

Zu beiden Flächen haben bereits in der Vergangenheit Bürgerbeteiligungen stattgefunden, die zu Veränderungen geführt haben. Diese sind in die jetzige Planung eingegangen, die nach der Sommerpause bei Bürgerversammlungen in Gräfrath und Mitte den Anwohnerinnen und Anwohnern vorgestellt wird.

Mit der Einbringung und Beschlussfassung in Bezirksvertretungen und Ausschuss wird ein Verfahren fortgesetzt, an dessen Ende ein rechtsgültiger Bebauungsplan steht, der es den Investoren ermöglicht, Teilflächen zu erwerben und für Gewerbebauten zu nutzen.

Oberbürgermeister Norbert Feith und Stadtdirektor Hartmut Hoferichter treten für eine langfristig angelegte, offene „Diskussionskultur" ein. Die städtischen Planer haben z.B mit der Bürgerinitiative „Rettet das Ittertal" bereits Gespräche geführt, die fortgesetzt werden, sobald die Ergebnisse der entsprechenden Umweltuntersuchungen vorliegen.

Bei aller Gesprächsbereitschaft im Detail werben Feith und Hoferichter aber auch ganz klar für die Einsicht, dass zusätzliche Gewerbeflächen für die Zukunftsfähigkeit der Solinger Industrie und Wirtschaft lebensnotwendig sind.

„Solingen muss weitere Gewerbeflächenreserven mobilisieren, um für Bestandsunternehmen ein adäquates Angebot vorzuhalten und im Wettbewerb der Städte noch mithalten zu können", erklärt der Oberbürgermeister. „Es ist meine Überzeugung, dass wir zumindest jedem ansässigen Unternehmen, das wachsen will, ein Angebot vor Ort machen müssen - heute und morgen." Auch für das qualitative Wachstum der Wirtschaft, „für neue, innovative Betriebe und Arbeitsplätze", so Feith, werden Flächen benötigt.