Neue Perspektiven für die Solinger „City"

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Stadtentwicklung schlägt Zukunftsbüro in leerem Ladenlokal, Expertenanhörungen und Runden Tisch für die Innenstadt vor

Mit einer „Zukunftsoffensive" will Planungsdezernent Hartmut Hoferichter der Herausforderung um den drohenden Stillstand in der Solinger Innenstadt aktiv begegnen. In einer Informationsvorlage, die der Stadtdirektor dem Planungsausschuss (ASUKUM) am 6. Februar vorlegt, zählen die Fachleute der Verwaltung für Stadtentwicklung ein ganzes Bündel von Möglichkeiten auf:

  • Unter anderem sollen Experten für Handel und Immobilien die City untersuchen und realistische Einschätzungen für mögliche Entwicklungspfade des Quartiers zwischen Clemensgalerien, Fronhof, Hauptstraße und Entenpfuhl abgeben
  • Ein Runder Tisch aus Einzelhandel, Eigentümern und Innenstadtbewohnern soll installiert werden. Aufgabe des neuen „Innenstadtforums": Organisation von Kreativworkshops, Expertenanhörungen und offenen Diskussionsveranstaltungen zu neuen Perspektiven für die Innenstadt.
  • Zusätzlich zum bereits existierenden Leerstandsmanagement des „Innenstadtbüros" soll ein „aktives Ladenflächenmanagement" aufgebaut werden. Dazu gehört, die leerstehenden Ladenlokale nicht einfach brach liegen zu lassen, sondern sie attraktiv zu gestalten, um sie besser vermarkten zu gehören. Damit eine einheitliche gestalterische Linie erkennbar wird, werden die Eigentümer professionell beraten. Die „Kümmererfunktion" des Innenstadtbüros soll ausgebaut und öffentlich wahrnehmbarer werden.
  • In einem leerstehenden Ladenlokal wird ein Zukunftsbüro entstehen - als Anlaufstelle und Raum für Ideenfindung, Workshops und Aktionen, aber auch als Ort der Dokumentation der bisherigen Schritte der Innenstadtentwicklung.

Hartmut Hoferichter: „Wir brauchen neue Impulse für die Innenstadt, und wir brauchen auch den Blick von außen auf die Stadtmitte. Ich lade alle, denen die City am Herzen liegt, zu einem ehrlichen Zukunftsdiskurs ein: Wir müssen uns offen mit der City auseinandersetzen und einen realistischen Blick für das entwickeln, was geht und für das, was keinen Erfolg mehr verspricht."

Wie Markus Lütke-Lordemann, der Chef der Stadtentwicklungsplanung ergänzt, sei erkennbar, dass angesichts des schnellen Strukturwandels die bisherigen Konzepte nicht mehr griffen und nicht jede Ladenimmobilie Zukunft habe. Den Themen „Wohnen in der Innenstadt" und „Dienstleistungen" müsse ein höherer Stellenwert als bisher eingeräumt werden. Nötig sei eine gemeinsame Initiative für die City, die erfolgreich sein, wenn „alle an einem Strang ziehen."

Hintergrund der Vorlage: Anfang Januar 2017 wurde bekannt, dass das „Urban-Outlet-Konzept" gestoppt und die Clemens-Galerien wieder an einen neuen Eigentümer verkauft worden waren. Diese Nachrichten gaben der Stadtentwicklung endgültig Anlass, über einen strategischen Neuanfang für die City nachzudenken.