Neuer Investor kauft und bebaut Olbo-Gelände

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Kondor Wessels erwirbt Areal in Ohligs und baut rund 300 Wohnungen. Sparkasse zieht ins Globus-Haus

Die Hängepartie auf dem früheren Olbo-Gelände hat endlich ein Ende – denn die Stadt Solingen hat einen neuen Investor gefunden. Mit großer Freude und Erleichterung teilen Oberbürgermeister Tim Kurzbach und Stadtdirektor Hartmut Hoferichter mit, dass das Grundstück seit Ende des Jahres einen neuen Eigentümer hat. Das Bauunternehmen Kondor Wessels hat das knapp 16.000 Quadratmeter große Areal von der Graf von Thun und Hohenstein Veith KG erworben. Kondor Wessels plant dort, wo früher die Textilfabrik Olbo produzierte, rund 300 Wohnungen zu bauen. Es wird auch Gewerbeflächen für Einzelhandel geben. Zu dem neuen Komplex, der direkt am Ohligser Markt zwischen Aachener Straße und Heiligenstock entsteht, wird auch eine Tiefgarage gehören. Den Baubeginn plant der Investor für das zweite Quartal 2019. Im Frühjahr 2021 soll das Quartier fertig werden.

Das Jahr 2018 werden die Stadt und die Politik nutzen, um schnell verändertes Baurecht auf dem Gelände zu schaffen. Denn es ist ein neuer Bebauungsplan notwendig, in dem die künftige Flächenaufteilung geregelt ist. „Daran werden wir ab sofort mit Hochdruck arbeiten“, sagt Stadtdirektor und Baudezernent Hartmut Hoferichter. In diesem Verfahren wird es auch eine frühzeitige Bürgerbeteiligung geben. In der Politik ist große Unterstützung für die neuen Pläne zu erwarten.   

Auch in die jahrelang geforderte Aufwertung des Marktplatzes sowie der Düsseldorfer Straße investiert Kondor Wessels. Das Unternehmen versichert, hierfür den Zuschuss in Höhe von 250.000 Euro zu übernehmen, zu dem sich die Gräfin verpflichtet hatte. Aufgrund des Stillstandes beim O-Quartier ist dieses Geld bis heute nicht geflossen.

Mit Kondor Wessels investiert ein bundeweit tätiges Unternehmen in Ohligs, das in den vergangenen Jahren in Nordrhein-Westfalen erfolgreich seine Kompetenz bei Wohnprojekten nachgewiesen hat, unter anderem in Wuppertal und Dortmund. In Ohligs will der Investor daran anknüpfen. Er versteht sich als seriöser Partner von Städten und Gemeinden, wenn es darum geht, qualitativ hochwertigen Wohnraum zu schaffen. Das Unternehmen kündigt an, rund 80 Millionen Euro in Ohligs zu investieren. „Für unser Engagement sind verschiedene Faktoren ausschlaggebend gewesen“, erklärt Leo W. A. de Man, Geschäftsführer der Kondor Wessels Holding GmbH. „Dazu zählen die zentrale Lage direkt an der Düsseldorfer Straße, die gute Anbindung an den Öffentlichen Nahverkehr sowie das ansprechende Preis-Leistungsverhältnis im Stadtteil.“

Aus Sicht der Stadt Solingen ist der Eigentümerwechsel der Befreiungsschlag, auf den Ohligs dringend wartet. Nachdem die Graf von Thun und Hohenstein Veith KG das Olbo-Gelände 2007 erworben hatte, um dort ein großes Einkaufszentrum (O-Quartier) zu bauen, kamen die Pläne schnell ins Stocken. In den vergangenen Jahren bewegte sich am Ohligser Marktplatz kaum noch etwas, weil die Gräfin mit ihrem Center-Projekt nicht vorankam. Der Stillstand drohte die Entwicklung des Stadtteils zu lähmen. Darauf reagierten das Rathaus und die Politik, indem im vergangenen Jahr der Beschluss gefasst wurde, einen neuen Bebauungsplan für das Olbo-Areal aufzustellen – mit deutlich mehr Wohn- und stark reduzierter Einzelhandelsfläche. Damit kam wieder Bewegung in das Verfahren. Vor allem aber wurde auch der allgemein gesunkenen Nachfrage nach Einzelhandelsflächen Rechnung getragen. Über die Jahre hatte sich gezeigt, dass die Gräfin ihr Center nicht mit einem attraktiven Mieter-Mix füllen konnte.

„Der Knoten ist jetzt endlich durchschlagen“, sagt Oberbürgermeister Tim Kurzbach, nachdem die Verträge zwischen Kondor Wessels und der Graf von Thun und Hohenstein Veith KG inzwischen unterschrieben sind. Bei seinem Amtsantritt im Herbst 2015 hatte Kurzbach versprochen, die Olbo-Frage als eines der drängendsten Probleme in der Stadtentwicklung zu lösen. „Ich bin glücklich, dass uns dies jetzt gelungen ist“, sagt der Stadtchef. Mit Kondor Wessels eröffne sich dem Stadtteil eine großartige Chance. „Wir haben jetzt einen zuverlässigen Partner im Boot.“

Mit der Stadt-Sparkasse Solingen engagiert sich ein zweiter Investor in Ohligs. Denn das Kreditinstitut übernimmt das Objekt, in dem früher der Globus-Markt untergebracht war. „Der exponierte Standort mit seinem direkten Zugang zum Ohligser Markt ist hochattraktiv“, sagt der Vorstandsvorsitzende Stefan Grunwald. Die Sparkasse wird dort eine neue Geschäftsstelle bauen. Am neuen Standort konzentriert das Geldhaus die Angebote und Mitarbeiter, die heute noch in den Filialen am Bremsheyplatz und an der Grünstraße untergebracht sind. Für beide Immobilien soll eine zukunftsfähige Nachnutzung sichergestellt werden.

Grunwald kündigt an, jetzt zunächst ein Flächennutzungs- sowie ein neues Geschäftsstellenkonzept zu erarbeiten, um dann in die weiteren Planungen einsteigen zu können. Die alten Standorte würden den räumlichen Anforderungen für die beabsichtigte Konzentration nicht gerecht, sagt er. Die Sparkasse richtet sich derzeit strategisch neu aus und optimiert ihr Filialnetz, um zeitgemäße Beratungsbedingungen für ihre Kunden zu schaffen sowie die Betriebskosten dauerhaft zu optimieren.

Für Oberbürgermeister Tim Kurzbach und Stadtdirektor Hartmut Hoferichter stellt die Investition der Stadt-Sparkasse direkt am Marktplatz eine gute Lösung dar. So werde eine seit Jahren leerstehende Immobilie einer neuen attraktiven Nutzung zugeführt und gleichzeitig das gesamte Umfeld aufgewertet und belebt. Nun gelte es mit den Partnern Kondor Wessels und Sparkasse in Gespräche einzusteigen, um zu klären, wie auch stadtplanerische Aspekte berücksichtigt werden und zudem städtebauliche Akzente gesetzt werden können.  

Hintergrund Kondor Wessels:

Kondor Wessels ist Bauträger und Projektentwickler. Das Unternehmen verfügt über 25 Jahre Erfahrung in der Entwicklung, der Planung und im Bau von Wohn-, Pflege- und Büroimmobilien. Dabei wird die gesamte Wertschöpfung aus einer Hand erbracht.  Aktuell betreut Kondor Wessels 42 Immobilienprojekte in Berlin, München, Frankfurt und in Nordrhein-Westfalen. Das Gesamtvolumen beläuft sich auf mehr als 600 Millionen Euro. Das Unternehmen beschäftigt 350 Mitarbeiter.
www.kondorwessels.com