Nicht nur zum Welt-AIDS-Tag:

Pressemitteilung

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Beratung und Test zu HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI)
in den Gesundheitsämtern Remscheid, Solingen und Wuppertal -
vertraulich, kompetent, anonym und kostenfrei

Presseinformation des Kompetenzcenters AIDS (in Berg. Kooperation für Solingen tätig) zum Welt AIDS Tag.

Die Bergischen Gesundheitsämter weisen zum Welt-AIDS-Tag darauf hin, dass über ein Drittel* der in Nordrhein-Westfalen 2013 HIV-positiv getesteten Menschen zum Zeitpunkt der Testung und Diagnose bereits einen fortgeschrittenen Immundefekt aufwies, also vermutlich erst Monate bis Jahre nach der Ansteckung getestet wurde. Die Wahrscheinlichkeit einer späten Diagnose nimmt mit steigendem Alter und kleiner werdendem Wohnort zu**.

Warum eine rechtzeitige Diagnose wichtig ist, erklärt Karin Hoeltz vom Bergischen Kompetenzcenter AIDS- und STI-Koordination: „Eine späte HIV-Diagnose erhöht leider die Gefahr dauerhafter Schäden am Immunsystem. Wer dagegen rechtzeitig behandelt werden kann, hat eine fast normale Lebenserwartung. Zudem sinkt bei gut wirksamer Therapie die Infektiosität, also die Möglichkeit, andere Menschen anzustecken."

Die Beratung im Gesundheitsamt ist anonym, vertraulich und kostenlos. Sie richtet sich an alle, die nach einer Risikosituation unsicher sind, ob sie sich mit HIV oder einer anderen sexuell übertragbaren Infektion (STI) infiziert haben. Im persönlichen Gespräch wird geklärt, ob tatsächlich ein
Infektionsrisiko vorliegt und ein Test zum jetzigen Zeitpunkt sinnvoll ist. „Das persönliche Gespräch ist sehr wichtig", erläutert Dagmar Wagener von der Bergischen Beratungsstelle für Sexuelle Gesundheit und AIDS-Beratung. „Die Ratsuchenden müssen zum Beispiel verstehen, dass eine HIVInfektion nur dann ausgeschlossen werden kann, wenn zwischen dem Risikokontakt und dem Test drei Monate Zeit vergangen sind und dazwischen auch kein erneutes Risiko lag."

Die Beratung zum Schutz vor HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen ist ebenfalls Teil des Angebots. „Manche denken nach einem negativen Testergebnis, sie seien gegen HIV immun", sagt Dagmar Wagener. „In der Beratung können solche Missverständnisse aufgelöst und geeignete Schutzstrategien besprochen werden." Sinnvoll kann der HIV-Test aber auch zur Abklärung von Krankheitszeichen, beim Wunsch nach ungeschütztem Sex in der Partnerschaft und bei Kinderwunsch sein.

HIV kann nur übertragen werden, wenn es in ausreichender Menge in den Körper oder auf Schleimhäute gelangt. Eine Ansteckung ist möglich über Blut (auch Menstruationsblut), Sperma, Scheidenflüssigkeit und Muttermilch, die das Virus in hoher Konzentration enthalten können, sowie über den intensiven Kontakt zwischen den Schleimhäuten von Penis und Enddarm beziehungsweise zwischen Penis und Scheide.

Im Gesundheitsamt Solingen sind Beratung und Test zu HIV donnerstags zwischen 9:00 und 12:00 Uhr nach telefonischer Vereinbarung über das Bergische ServiceCenter möglich, Telefon 0212/290-0. Im Gesundheitsamt Wuppertal, Willy-Brandt-Platz 19 findet am 1. Dezember von 9:30 bis 14:00 Uhr eine offene Sprechstunde statt.

*HIV/AIDS in Nordrhein-Westfalen - Eckdaten der Schätzung, Epidemiologische Kurzinformation des
Robert Koch-Instituts, Stand: Ende 2013 Link

** Robert Koch-Institut: Epidemiologisches Bulletin Nr. 26 vom 30. Juni 2014 zu HIV-Infektionen und AIDS-Erkrankungen in Deutschland, S. 217