Nordstadt entwickelt sich

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Förderbescheid für Konrad-Adenauer-Straße

Das nordrhein-westfälische Verkehrsministerium fördert den Umbau einer Hauptverkehrsstraße in der Solinger Nordstadt. Staatssekretär Gunther Adler hat Stadtdirektor Hartmut Hoferichter heute (Mittwoch, 18.12.13) einen Bewilligungsbescheid in Höhe von 1,12 Millionen Euro übergeben. Ziel der Maßnahme ist es, die Verkehrssituation auf der Konrad-Adenauer-Straße (B 224) deutlich zu verbessern. Mit dem Geld wird der Umbau der Ortsdurchfahrt von der Merianstraße bis zum Theater gefördert.

Staatssekretär Adler: „Mit den Fördermitteln kann die Stadt Solingen den innerörtlichen Verkehr sicherer und auch attraktiver machen: Nicht nur für die Autofahrer, sondern auch für die Kunden des öffentlichen Nahverkehrs, die Fußgänger, Anwohner und auch für die Radler. Das Gesamtpaket stimmt hier einfach. Der Umbau dieser zentralen Nord-Süd-Verbindung wird die Solinger Nordstadt deutlich aufwerten.“

Die Stadt Solingen will unter anderem eine vorhandene Fußgängerunterführung beseitigen, die viele Bürgerinnen und Bürger als "Angstraum" wahrnehmen. Dafür werden die Fußgängerüberwege attraktiver gestaltet. Außerdem sollen die Wartezeiten für die ÖPNV-Kunden verkürzt und eine neue Radwegeführung installiert werden. Schließlich wird mit diversen Umbaumaßnahmen der Auto- und Lastwagenverkehr flüssiger gemacht.

Die Länge dieser Ausbaumaßnahme beträgt etwa 330 Meter, die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 1,9 Millionen Euro, von denen die Stadt Solingen einen Eigenanteil in Höhe von 780.000 Euro trägt.

Mit den Bauarbeiten eines ersten Abschnitts von der Mumm- bis zur Konrad-Adenauer-Straße (Höhe Merianstraße) wird bereits im Januar begonnen. Diesen ersten Bauabschnitt hatte das Verkehrsministerium NRW im vergangenen Jahr mit knapp 870.000 Euro gefördert. Die Bauarbeiten für den zweiten Teilabschnitt von der Merianstraße bis zum Theater und Konzerthaus sollen im Herbst 2014 beginnen.

Was wird im zweiten Bauabschnitt gemacht?

  • Der Fußgängertunnel in Höhe der Einmündung Potsdamer Straße (nicht barrierefrei, Angst-Raum) wird entfernt und durch eine Signalanlage ersetzt.
  • Für den Radverkehr werden beidseitig Radwege angelegt.
  • Die Haltestelle Rathausplatz in Richtung stadteinwärts wird barrierefrei ausgebaut.
  • In Höhe des Theater und Konzerthauses wird eine zusätzliche signalisierte Fußgängerquerung eingerichtet. Diese Signalanlage wird das Stadtquartier, das jetzt durch die vierspurige Konrad-Adenauer-Straße in zwei Teile geteilt wird, besser und erlebbarer verbinden. Der Radfahrer erhält hier eine Querungsmöglichkeit, die ihm erlaubt, den Knoten am Schlagbaum in Richtung westliche Stadtteile zu umfahren.
  • Das Parken wird geordnet und vor den Christiansvillen weitere Flächen für Taxen eingerichtet.
  • Die Seitenbereiche werden durch Baumstandorte aufgewertet.
  • Die Mittelinsel wird neu begrünt.
  • Die Fahrbahn erhält eine neue Fahrbahndecke mit lärmoptimiertem Asphalt (LOA).

Hintergrund:

Die "Nordstadt" ist Anfang 2007 in das Förderprogramm "Soziale Stadt NRW" aufgenommen worden. Mit dem Programm werden Stadtteile gefördert, die sozial, ökonomisch und ökologisch benachteiligt sind.

Grundlage für die Aufnahme in das Programm ist ein integriertes Handlungskonzept, das für die Nordstadt 2005 erstellt und vom Rat der Stadt beschlossen wurde. In dem Handlungskonzept werden Stärken und Schwächen, Potenziale und Maßnahmen aufgeführt, die zu einer Verbesserung der Wohn- und Lebenssituation im Stadtteil beitragen.

Ein wichtiger Baustein ist die Konrad-Adenauer-Straße, die bislang eine "einschneidende Zäsur" im Stadtteil bildet. Verschiedene Maßnahmen zur Begrünung, neue Querungs- und Parkmöglichkeiten sollen das Bild der Straße verändern.

Was bisher geschah:

In den letzten Jahren standen mit der Regionale 2006 und dem Programm "City 2013" die Aufwertung der Solinger City und der Südlichen Innenstadt City im Fokus der Stadtentwicklung. Die nördliche Innenstadt als Teil des Innenstadtkonzepts, das vom Rat 1991 beschlossen und das im Jahr 2000 fortgeschrieben wurde, ist aber nun „an der Reihe"; dazu gibt es verschiedene politische Beschlüsse.

Perspektiven:

Die Nordstadt hat neben Herausforderungen (Leerstände an der Konrad-Adenauer-Straße, Verkehrssituation) auch viele Potentiale aufzuweisen. Der innerstädtische Stadtteil bietet in den verkehrsberuhigten Seitenstraßen zur Konrad-Adenauer-Straße, in denen Wohnumfeldverbesserungen durchgeführt wurden, gute Wohnqualität. Die Nordstadt beherbergt zudem viele wichtige Einrichtungen wie z. B. das Rathaus, das Theater und Konzerthaus, Jugendeinrichtungen wie das Rollhaus sowie das interkulturelle "Mehrgenerationenhaus".