OB Feith besucht Deutsch-Kurs

Pressemitteilung

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20 Jugendliche aus aller Welt lernen in den Ferien die deutsche Sprache

"Oberbürgermeister Herr Feith - der Boss von Solingen", hat Lehrerin Christiane Rohwer an die Tafel im Bildungszentrum des Internationalen Bundes am Neumarkt geschrieben. Entsprechend neugierig mustern die 16 Jugendlichen den Gast, der mit ihnen an diesem Dienstagmorgen die Schulbank drückt. Norbert Feith wollte sich ein persönliches Bild von dem Sprachkurs machen, den das Kommunale Integrationszentrum bereits seit drei Jahren und im zweiten Jahr gemeinsam mit dem Internationalen Bund (IB) in den Sommerferien anbietet.

Das zu je 50 Prozent vom Land und der Stadt finanzierte Programm ist ein zusätzliches Angebot für schulpflichtige Kinder und Jugendliche, die vor kurzem als Flüchtlinge oder Zuwanderer nach Deutschland gekommen sind. In diesen zweieinhalb Wochen lernen die insgesamt 20 Elf- bis 18-Jährigen vormittags freiwillig Deutsch und nachmittags ihre neue Heimat besser kennen. So besuchen sie mit Hilde Hess-Steinhauer vom Kommunalen Integrationszentrum und Micha Thom vom Internationalen Bund beispielsweise die Stadtbibliothek, das Rollhaus oder den Wuppertaler Zoo, spielen Minigolf oder machen ein Picknick an der Wupper.

Der Oberbürgermeister zeigte sich beeindruckt vom Lerneifer der Neu-Solinger, die mit ihren Familien unter anderem aus Guinea, Afghanistan und Syrien kommen: "Ihr müsst ja teilweise auch ein neues Alphabet lernen!" Gleichwohl sei der Spracherwerb existenziell, um in der Klingenstadt schnell heimisch zu werden, betonte Feith. Interessiert lauschte er den Berichten der Jugendlichen, die teils schon die Vorbereitungsklasse einer weiterführenden Schule besuchen. An den Hauptschulen Krahenhöhe und Höhscheid, der Geschwister-Scholl- und der Theodor-Heuss-Schule sowie am Mildred-Scheel-Berufskolleg gibt es insgesamt acht Klassen, in denen je 15 Jugendliche die für sie neue Sprache in ein bis zwei Jahre lernen, bevor sie in Regelklassen integriert werden. Diese Vorbereitungsklassen gibt es zudem an fünf Grundschulen in der Klingenstadt. Gute Erfahrungen haben einzelne Schulen zudem mit der direkten Integration besonders sprachbegabter Schüler in Regelklassen gemacht, die zusätzlich zwei Stunden Deutsch am Tag haben.

Wegen der steigenden Zahl von Kriegsflüchtlingen und der Öffnung des EU-Binnenmarktes ziehen verstärkt Familien mit schulpflichtigen Kindern und Jugendlichen in die Klingenstadt, die kaum Deutsch sprechen. Weil also der Förderbedarf größer ist als das Platzangebot in den Vorbereitungsklassen, haben das Kommunale Integrationszentrum mit einem Sprachkurs während des Schuljahres (zwei mal zwei Stunden pro Woche) und der Internationale Bund zusätzliche Angebote geschaffen. Feith nahm denn auch das Land in die Pflicht, zusätzliche Sprachklassen einzurichten: Mit den von der Stadt finanzierten Deutsch-Kursen beim Stadtdienst Integration würde sich Solingen zusätzlich finanziell engagieren, um kein Kind zurückzulassen. Diese Hilfe sieht auch ganz praktisch aus: Zum Abschied überreichte der Oberbürgermeister jedem Deutsch-Schüler eine Tüte mit Solingen-Kappe, Colleg-Block und Stift für einen erfolgreichen Schulstart.