OB Feith sprach in Berlin bei der Genç-Preis-Verleihung

Pressemitteilung

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Beeindruckt zeigte sich Oberbürgermeister Norbert Feith von der Verleihung des Genç-Preises 2013, an der er heute in Berlin teilgenommen hat. Die junge Preisträgerin habe eine sehr berührende, persönliche Ansprache gehalten, dabei die Familiengeschichte beleuchtet und sich klar zu ihrer deutschen Heimat bekannt, obwohl sie dort tiefen Schmerz erlebt habe.

Im Beisein von Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert, des Vizepräsidenten des türkischen Parlaments Dr. Mehmet Saglam und von Mevlüde Genç und anderen Mitgliedern der Familie wurde der von der Türkisch-Deutschen Gesundheitsstiftung und erstmals gemeinsam mit der Deutsch-Türkischen Gesellschaft gestiftete Preis an den Vorsitzenden des NSU-Untersuchungsausschusses, Sebastian Edathy, und an Tülin Özüdogru verliehen, deren Vater zu den Opfern der rechten Terrorzelle zählt. Die Veranstaltung fand im Hotel Adlon Kempinski statt. Ort der ersten Preisverleihung im Jahr 2008 war Solingen.

"Wir sind stolz darauf, dass Sie Solinger sind." Mit diesen Worten wandte sich Norbert Feith in seiner Ansprache noch einmal speziell an die Familie Genç. "Ihre Haltung, Ihr Bekenntnis zu Freundschaft und zu unserer und Ihrer Stadt haben es uns ermöglicht, gemeinsam zu trauern. Sie haben es uns Solingern und uns Deutschen aber auch erleichtert, uns zu unserer Verantwortung zu bekennen und dabei wieder nach vorn zu schauen. Mit Hilfe vieler internationaler, interkultureller und interreligiöser Begegnungen konnte Solingen sich zu dem entwickeln, was es heute ist: einer Stadt, in der Integration aktiv gestaltet und im Alltag gelebt wird." 

Weiter sagte der OB: "Wir müssen gemeinsam und mit Nachdruck weiter an einer Gesellschaft bauen, in der die Werte von Freiheit, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und Geschwisterlichkeit hochgehalten, verteidigt und bis in die Nachbarschaften hinein gelebt werden. Übergriffe verwirrter Einzelner kann keine Polizei der Welt verhindern. Aber unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung bildet den vielleicht einzig möglichen Rahmen, in dem sich Menschen gleichzeitig individuell entfalten und sich sicher und geborgen fühlen können. Das, meine ich, ist die bestmögliche strukturelle  Vorbeugung gegen Hass und Gewalt."

Die Laudatio auf Sebastian Edathy hielt Frank-Walter Steinmeier, Armin Laschet würdigte Tülin Özüdogru.