Oberbürgermeister Norbert Feith zum Tode von Erika Rothstein (Bürgermeisterin a. D.)

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Mit Erika Rothstein verliert Solingen einen Menschen, der sein Leben lang für soziale Gerechtigkeit eingetreten ist und der die Ungerechtigkeit hasste. Zivilcourage war für sie nicht nur ein Wort, sondern eine Haltung. Als Politikerin hat sie sich unermüdlich für die Schwächeren in der Gesellschaft eingesetzt, so lange sie es konnte. Als Ratsmitglied, Bürgermeisterin und Landtagsabgeordnete hat sie sich früh für eine Kultur der Vielfalt und der Beteiligung von Migranten an dieser Gesellschaft engagiert und die „Integrationsstadt Solingen“ mitgeprägt. Ich bin froh, dass ich ihr vor drei Jahren den Ehrenring der Stadt Solingen persönlich übergeben durfte, die höchste Auszeichnung, die die Stadt an verdiente Bürgerinnen und Bürger verleiht. Den Preis für Zivilcourage, den „Silbernen Schuh“ konnte sie leider nicht mehr selbst entgegen nehmen. Bei der Preisverleihung habe ich über das Leben von Erika Rothstein Sätze gesagt, die auch diesem Moment des Abschiednehmens angemessen sind: „Sie hat in ihrem Leben viel bewegen wollen und sie hat viel bewegt. Mit ihrer auf Austausch und Ausgleich bedachten Art hat sie viele Brücken gebaut. Daran werden wir uns immer erinnern.“

Ich werde sie vermissen.