Elfriede Nießen verstorben

Pressemitteilung - Archiv

- 310/bw

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Oberbürgermeister und Gleichstellungsstelle würdigen Vertreterin der Frauenrechte

Im Alter von 91 Jahren ist am gestrigen Sonntag Elfriede Nießen gestorben. Seit den 1970er Jahren bis ins hohe Alter hat sie sich kommunal- und gesellschaftspolitisch engagiert. Ihr Hauptanliegen galt dabei immer den Themen Gesundheit, Soziales, Familie, vor allem der Gleichstellung und der Bildung von Frauen. Von 1975 bis 1984 vertrat die gelernte Modistin und Schneiderin die SPD im Rat der Stadt Solingen und übernahm unter anderem den Vorsitz des Jugendwohlfahrtsausschusses. Seit 1989 war sie 20 Jahre lang Mitglied der Bezirksvertretung Mitte, in der zweiten Dekade als stellvertretende Vorsitzende. Im Jahr 2014 wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Oberbürgermeister Tim Kurzbach würdigt sie mit den Worten: "Für Elfriede Nießen war Demokratie nie eine Veranstaltung, bei der man auf der Couch sitzt und den Akteuren auf der Bühne zusieht, sondern eine Aufforderung zum Handeln - gerade für die Rechte von Frauen. Sie hat das gesellschaftliche und politische Leben in unserem Solingen mitgestaltet und Strukturen mit aufgebaut, die Bestand haben. Mit ihrem eigenen Kopf und ihrer Unermüdlichkeit und ihrem Vertrauen in die demokratischen Werte war sie vorbildlich, auch für die jüngeren Generationen."

Auch die Gleichstellungsstelle der Stadt Solingen würdigt die langjährige Kommunalpolitikerin und engagierte Frauenförderin als "eine Querdenkerin, die sich immer eingemischt hat, wenn eine Aussage oder Entwicklung ihrem Gerechtigkeitsverständnis widersprach". Gisela Köller, Gleichstellungsbeauftragte: "Elfriede Nießen hat sich ihr Leben lang für Frauen- und Menschenrechte eingesetzt. Ein kleines Heftchen mit den Menschenrechten trug sie stets in ihrer Brieftasche bei sich. Sie hinterlässt eine riesige Lücke - aber ihr Geist wird uns noch lange Zeit lebhaft begleiten."

Sie habe maßgeblich dazu beigetragen, dass es in Solingen das Frauenhaus, pro familia, die Gleichstellungsstelle und das Frauenforum gibt. Letzteres begleitete Elfriede Nießen viele Jahre lang als stellvertretende Sprecherin. Zudem engagierte sich die Mutter von vier Kindern, acht Enkeln und fünf Urenkeln in vielen Vereinen, vorrangig im Dienst der politischen Frauenbildung. Auch gab sie Nähkurse im Mädchentreff des Internationalen Bundes. Im Jahre 2008 gründete sie mit anderen Solingerinnen aus unterschiedlichen Herkunftsländern den Verein "Internationales Frauenzentrum Solingen e. V.", dem sie bis zum Schluss als Vorstandsmitglied angehörte.