S-Bahn-Ausfälle zwischen Düsseldorf und Solingen sind nicht hinnehmbar

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Oberbürgermeister Tim Kurzbach interveniert beim NRW-Bevollmächtigen der Deutschen Bahn

„Nicht hinnehmbar" findet der Solinger Oberbürgermeister Tim Kurzbach die Nöte der Tausenden von Solinger Reisenden und Pendler, die wegen der Ausfälle und Verspätungen der S-Bahnlinie 1 derzeit keine Chance haben, pünktlich nach Düsseldorf oder wieder zurück nach Hause zu gelangen. Kurzbach hat deshalb jetzt einen kritischen Brief an den Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn AG für Nordrhein-Westfalen, Reiner Latsch, geschrieben und ihn um Hilfe gebeten. Die Zustände im Solinger Nahverkehr, Auswirkungen des Brandes im Stellwerk Mühlheim, seien „unzumutbar".

Tim Kurzbach weist in seinem Schreiben darauf hin, dass der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr als Auftraggeber für den Schienenverkehr in der Region und die Deutsche Bahn bereits eine Notlösung entwickelt haben: In Solingen oder Düsseldorf soll ein Zusatzzug stationiert werden, der bei Verspätungen zum Einsatz kommen könnte. Dieser Reservezug würde dann zwischen Solingen und Düsseldorf verkehren, wenn aufgrund der Verspätungen eine Wendefahrt in Hilden unumgänglich sein sollte. Doch die Bahn hat angekündigt, diese Lösung erst ab Februar 2016 umsetzen zu wollen.

Viel zu lang, stellt der Solinger Oberbürgermeister fest. Der Solinger Stadtdirektor Hartmut Hoferichter hat auch bereits Kontakt mit dem VRR-Vorstandssprecher Martin Husmann aufgenommen, um gemeinsam auszuloten, ob die Notlösung nicht doch früher umgesetzt werden könne.
In jedem Fall sei die Verzögerung „nicht hinnehmbar" schreibt Tim Kurzbach an den Konzernbevollmächtigten: Die Deutsche Bahn müsse den Pendlern kurzfristig andere Reisemöglichkeiten anbieten. Es sei andernfalls „zu befürchten, dass das unzuverlässige Angebot auf der S1 bzw. die ständigen Verspätungen die Pendler dazu veranlassen, trotz der überfüllten Straßen, wieder auf das Auto umsteigen." Und daran könne weder die Bahn noch der VRR noch die Stadt ein Interesse haben.